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Überall werden Menschen mit Werbung konfrontiert: in der U-Bahn, im Fernsehen, in der Zeitung, in der Smartphone-App, in Spielen... „In Game Advertising“ nennt man das in letzterem Fall. Diese Art der Werbung ist ein boomender Markt, mehr als 800 Millionen Dollar sollen Schätzungen des Marktforschungsunternehmens „Parks Associates“ 2012 dafür ausgegeben werden. Werbetreibende sind begeistert von den Möglichkeiten, die Werbung in Spielen bietet.
Erst vor wenigen Wochen wurden Blizzard-Fans genau wegen dieses Themas hellhörig. Scharfe Augen entdeckten auf der Website des Unternehmens eine Stellenausschreibung, in der ein „Franchise Development Producer“ gesucht wurde. „Braucht Blizzard Unterstützung beim In-Game-Advertising?“ fragten sich Verfasser in einschlägigen Blogs? In diesem Zusammenhang fragen sich die Fans, in welchem Setting die Werbung erscheinen soll. Werbung für Coca Cola in einer Fantasy-Umgebung? Schwer vorzustellen. Soll das derzeit entwickelte MMO mit dem Codenamen „Titan“ vielleicht in modernen Zeiten oder in naher Zukunft spielen? Antworten bekamen sie darauf (noch) keine.
Werbung in Spielen boomt
Vor allem Ego-Shooter und Adventures, die im Hier und Jetzt spielen, eignen sich für die Werbung in Spielen. Erkundet der Charakter eine Stadt, findet er in dieser oft Leuchtreklame und Plakatwände – eben ganz wie in der Realität. Die werbenden Marken sind dann auch die selben. Auch in Sport-Spielen lässt sich wunderbar werben – genau wie im richtigen Leben haben Sportartikelhersteller die virtuellen Stadien (bzw. deren Banden und Monitore) längst für sich entdeckt. In-Game-Advertising ist so vielfältig wie die Spiele selbst: sogar in einem Online Casino ließe sich beispielsweise in der Lobby wunderbar Werbung für Alkoholika, Zigarren, teure Anzüge oder Schmuck einbinden. Gänzlich abwegig ist diese Vorstellung nicht, denn viele Länder arbeiten zur Zeit daran, das Verbot vom Glücksspiel im Internet aufzuheben. In Deutschland ist es zum Beispiel in Schleswig-Holsteinwieder erlaubt.
Aber zurück zum Thema: In-Game-Advertising begegnet den Spielern nicht für Konsolen- und PC-Spiele, auch Smartphone-Spiele, die als App auf dem Telefon installiert werden, sind – zumindest in ihren kostenfreien Varianten – beliebte Träger von kleinen Werbebannern und werblichen Einblendungen. Eine Tatsache, die die meisten Nutzer gewaltig nervt. Hier will das US-amerikanische Unternehmen „Tap.Me“ eine Lösung gefunden haben. Dort arbeitet man derzeit daran, eine Möglichkeit des In-Game-Advertising zu finden, die „Werbe- und die Spielerfahrung in Einklang zu bringen – zum Vorteil für Entwickler, Spieler und den Marken“, so Tap.Me-CEO Matt Spiegel. Um das zu erreichen, sollen Beispielsweise besondere Funktionen, wie ein „Power Up“ oder gesteigerte Schnelligkeit des Charakters, könnten von Firmen gesponsort werden. So würde die Werbung teil des Spiels und nicht mehr einfach nur „oben drüber liegen'“.
Am schönsten wäre es natürlich, wenn es ganz ohne Werbung ginge. Aber das funktioniert offenbar nicht – schließlich wollen alle Beteiligten nur Geld verdienen (das dann hoffentlich auch dafür eingesetzt wird Entwickler zu bezahlen, die für sensationelle neue Spiele sorgen). Es liegt bei den Spieleherstellern dafür zu sorgen, dass ihre Titel trotz In-Game-Advertising spielbar und etwas ganz besonderes bleiben. Ob man sich am Ende von den bunten Bannern beeindrucken und beeinflussen lässt und die Marketingstrategien durchschaut, liegt letztlich bei den Spielern selbst.
(Wir von Gaming Maniac haben diesen Beitrag nicht verfasst und stehen neutral zu den hier angeführten Meinungen und Verweise)