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Was haben Lara Croft und Indiana Jones gemeinsam? Klettern, Rätseln und Abenteuer. Damals als Indy in die Kinos gekommen ist waren alle im Archäologenfieber. Man hat sich einen Hut geschnappt, ist rausgegangen und dann hat man die Gegend nach Schätzen abgesucht. Nach der ehemaligen Trilogie erschien die vollbusige Mrs. Croft auf der Playstation. Nun brauchte man nicht das Haus zu verlassen um große Abenteuer als Schatzjäger zu bestehen. Mit der Playstation 3 ist dann der dritte, schon fast weltbekannte, Schatzjäger und zwar Nathan Drake, mit Uncharted: Drake´s Schicksal, gekommen. Und er verband die Vorzüge eines Tomb Raider mit denen eines Indy, nun ist der dritte Ableger herausgekommen und was ich nach dieser 8-stündigen Odyssee von diesem Spiel halte erfahrt ihr hier.
Jäger der verlorenen Stadt
Nathan Drake kann man eigentlich mit dem früheren Indiana Jones vergleichen: Ein junger Mann mit viel Charme und der Fähigkeit, von einer Gefahr zur nächsten zu kommen, ob gewollt oder nicht. Sein Partner und Mentor Victor Sullivan, kurz Sully, ist da mehr wie der aktuelle Indy: Ein Mann mittleren Alters mit viel Chame und der typischen " Ich bin zu alt für diese Sache"-Einstellung. Zusammen sind sie ein Duo das jeder Gefahr trotzt, seien es Größenwahnsinnige Rebellenführer oder mystische Wesen. In Uncharted 3 müssen sich die beiden einer britischen Geheimorganisation stellen die den Schlüssel zu einer verschollenen Stadt in der Wüste suchen, der jedoch im Besitz von Drake ist. Ein weiterer sehr interessanter Handlungsaspekt ist die Tatsache das man einen Einblick in die Vergangenheit von Drake und Sully bekommt. Die Geschichte zeigt also im Gegensatz zu den Vorgängern viel mehr Facetten und man merkt das sie diesmal mehr Wert auf die Beziehung zwischen Drake und Sully gelegt haben.
Die Reinkarnation von Steven Spielberg
Eine gute Geschichte ist nicht alles, denn wenn man es schlecht präsentiert dann kann sowas auch die beste Story der Welt zerstören. Aber auch das hat Naughty Dog mit Bravour bestanden, denn Uncharted 3 ist stellenweise cineastischer als die meisten Filme die ich kenne. Man nehme nur die Charaktere. Jede Figur hat seine eigenen individuelle Charakterzüge und sie haben alle eines gemeinsam: Sie wirken unglaublich authentisch. Gerade durch die grandiosen Dialoge kommt dies zustande, da sie immer nachvollziehbar und sehr amüsant sind. Gerade die tollen gags lockern die Atmosphäre auf. Kurzum: Es wird einem nie langweilig. Ein weiteres Highlight sind die meistens brilliant inszenierten Actionszenen, in denen man z.B. aus einem brennenden und einstürzenden Haus oder aus einem sinkenden Schiff entkommen muss. Die fast perfekten Skripte bringen den Puls auf 180. Gerade wenn man dabei in einer der häufigen, aber leider langwidrigen Schlagabtausche steckt und dabei noch von umherbewegenden Objekten zerquetscht wird. Der Spannungsbogen der Serie ist in diesem Ableger definitiv am höchsten und hält ihn sogar noch am längsten dort oben. Die ruhigen Momente darf man aber auch nicht vergessen, denn die sind ebenfalls toll in Szene gesetzt worden. Man öffnet z.B. ein riesiges Tor und sofort wird man von der monumentalen Größe geplättet. Die Inszenierung ist top-notch und wirkt stellenweise wie ein inoffizieller Indiana Jones-Teil. Ich meine, Harrison Ford persönlich hat einen japanischen Werbespot zum Spiel gedreht... und wenn schon der bekannteste Archäologe der Filmgeschichte meint das dieses Spiel so "filmreif" ist und es ihn sogar richtig beeindruckt hat dann weiß ich auch keinen Grund dagegen.
Dschungel, Schnee und nun die Wüste
Jeder Uncharted-Teil hat den Hauptteil des Szenarios in eine bestimmte Umgebung gelegt. Obwohl man meistens durch Schlösser, kleinere Dschungelabschnitte oder dunkle Höhlen reist, sehen all diese Orte absolut einzigartig aus. Die frischen Ideen in Verbindung mit der nochmals besseren Grafik zeigen einen großen Sprung zu den Vorgänger, obwohl man ruhig auf den 3D-Effekt verzichten konnte. Ohne dieses Mitbringsel würde das Spiel bestimmt noch detaillierter aussehen. Für richtige 3D-Nutzer soll das Erlebnis eben Standartkost sein und nicht sehr viele bahnbrechende Neuerungen mitbringen. Wer aber eine Surround-Anlage sein eigen nennt kann sich entweder mit oder ohne 3D-Brille ein Kinoerlebnis der superlative schaffen. Vorallem wenn einem die toll komponierten Musikstücke zusammen mit den bombastischen Soundeffekten und den guten Synchronsprecher auf die Ohren knallen. Man kann also sagen das die gesamte Präsentation einfach atemberaubend ist und die Messlatte für zukünftige Spiele wieder sehr hoch legt.
3 Tickets zum Jemen bitte... Danke!
Gameplaytechnisch hat sich zu den Vorgängern nicht viel getan, was aber nicht schlimm ist, denn es spielt sich immernoch flott und einfach von der Hand. Man hat die Steuerung wohl etwas präziser gemacht und einige Animationen verbessert/hinzugefügt, aber es bleibt ansonsten alles beim alten. Die Waffenauswahl wurde aber um ein paar Waffen erweitert, die wie immer gut ausbalanciert sind, was natürlich unglaublich wichtig für die Multiplayermodi ist. Der Multiplayer hat die altbekannten Modi wie "Deathmatch", "Capture the Flag" und die Co-op Missionen, die diesmal eine eigenstädnige Geschichte abseits der Hauptstory erzählen. Dies ist vorallem für Fans der Vorgänger interessant, da man viele Schauplätze und Charaktere aus den ersten beiden Teilen besucht. Für alle Sammelwütigen Multiplayerzocker hat Uncharted 3 nun auch einen viel umfangreicheren Shop in dem man, durch im Kampf erworbene Punkte, neue Klamotten, Waffen und Verbesserungen kaufen kann. Die Individualisierung ist wohl nur oberflächlich, macht aber trotzdem Spaß und wird bestimmt durch umfangreiche DLC´s erweitert.
Chris' Fazit:
Nach dem 8-stündigen Ausflug durch die Hauptstory und der 3-stündigen Onlinetour kann ich absolut begeistert aus dem Flugzeug steigen, denn Naughty Dog hat mit Uncharted 3 ihr bislang bestes Stück Videospiel abgeliefert was ich von ihnen kenne. Die Inszenierung, das Setting, die Charaktere, das Gameplay, der Soundtrack, das kleine Hündchen... okay das war jetzt was anderes, aber alles in allem ist Uncharted 3 ein grandioses Spiel das jeder Playstation 3-Besitzer, Indiana Jones-Fan oder was weiß ich-Fan mindestens einmal anspielen sollte, denn man wird definitv nicht enttäuscht werden. Wer aber kein großer Fan von Action-Blockbuster ist sollte sich den Kauf überlegen, obwohl auch genug Story und Kinoflair enthalten ist um auch sowelche Leute ins Boot zu bekommen. Vielleicht hat Naughty Dog dieses Jahr mein "Spiel des Jahres" entwickelt, oder auch nicht denn es gibt noch ein paar heiße Cathrine-daten bis zum Ende 2011.
Uncharted 3 ist für PS3 erschienen.