Overblog Alle Blogs Top-Blogs Spiele & Videogames
Edit post Folge diesem Blog Administration + Create my blog
MENU

Hier geht es Rund um alles was Nerds interessiert: Videospiele, Filme, Serien und so weiter. Schaut rein ;)

Werbung

Review # Silent Hill Downpour

http://www.gamestrust.de/action/uploads/products/headerpic-548.jpg

Alle paar Jahre schickt uns Konami in die vernebelte und mit Monstern übersäte Kleinstadt Silent Hill. Dieses mal geht es mit dem neueste Silent Hill nicht direkt in die menschenleere Kleinstadt, sondern ins kleine Städtchen Downpour. Das Tschechische Entwicklerteam Vatra Games hat sich dem neuesten Teil angenommen und möchte die Serie zu alter Stärke zurückführen.Schafft es Silent Hill Downpour zu alter Stärke oder verkommt das ganze zu einem typischen Hollywood Blockbuster-Horror Einhaltsbrei ohne Tiefgang und Kreativität?

 

Hinter Gittern

Wer die Silent Hill-Spiele kennt, der weiß das man immer einen recht normalen Charakter spielt, sei es ein Witwer, ein Schulmädchen, einen Familienvater oder einen Journalisten. Die Liste geht endlos weiter, aber eins haben sie alle gemeinsam, alle landen früher oder später in Silent Hill. So auch Murphy Pendleton, ein Sträfling, der mit weiteren Insassen in ein neues Gefängnis verlegt wird, doch dieses erreicht er nie. Der Transporter kommt von der Straße ab und landet mitten in der Wildnis um Silent Hill. Endlich von den Ketten losgelöst, rennt ihr durch einen schön dichten Wald und erkundet als erstes eine kleine Tankstelle, eine Wohnsiedlung und eine Bergbau-Mine. Gerade die erste beiden Stunden versprühen einen leichten Duft von Silent Hill. Mir kamen fragen auf wie: Wieso wurde Murphy verurteilt? Wer ist dieser geheimnisvolle Postbote? Warum kommt Murphy nicht aus Silent Hill raus und wer ist der mysteriöse Mann im Rollstuhl? Diesmal geht das Storytelling wieder mehr in Richtung Silent Hill 2. Kein Wunder, denn die Entwickler haben auch den zweiten Teil als großes Vorbild genommen. Schade nur, dass die Story hin und wieder zu viel preisgibt und weniger Spielraum für Eigeninterpretation liefert. Dafür überzeugen sowohl Dialoge als auch Charaktere auf ganzer Linie. Schon allein die Dramaturgie im St. Marias Kloster, ca. in der Mitte des Spiels, besticht durch ein klasse Skript und einer echt üblen und spannenden Szene. Zwar verläuft der Storystrang nicht durchgehend auf dem ebenso erwähnten erzählerischen Niveau, doch zum Finale hin hat es mich wieder gepackt und begeisterte mich bis ich die Credits zu Gesicht bekam. Schön ist übrigens, dass selbst Informationstafeln im Spiel, z.B. in einem Bergwerk oder Museum, auf Deutsch übersetzt wurden. Es gibt einiges zu lesen, auch über die okkulten Hintergründe der Stadt.

 

http://images.gamersyde.com/image_silent_hill_downpour-14506-2077_0001.jpg

 

Schlechtes Wetter in Downpour

Die Story ist einem Silent Hill-Spiel würdig, aber wie sieht es den mit dem Gameplay aus? Die Steuerung entspricht größtenteils dem von Silent Hill Homecoming, man schlägt mit einer Taste zu und mit der anderen pariert man gegnerische Angriffe. Schießen tut man aus der Schulter-Perspektive. Die Knöpfe sind sinnvoll platziert und gehen schnell von der Hand. Im Verlauf der Geschichte wird man außerdem immer wieder in die Parallelwelt von Silent Hill gezogen. Dabei verwandelt sich die Umgebung in einer düsteren mit Rohren, Ketten und Rost überzogenen albtraumhaften Version von Silent Hill. Der Übergang geht dabei nahtlos über und die Entwickler haben keine Mühen und Kosten gescheut ihre Version von Silent Hill zu präsentieren. Zwar gibt es nicht mehr so viele ekelige Momente in der Paralleldimension, doch das Team hinter Silent Hill Downpour haben sich die ein oder andere groteske Idee ausgedacht. Als Fan der Serie wird man auf seine Kosten kommen.

Leider halten sich Neuerungen in Grenzen. Ähnlich wie in Silent Hill Shattered Memories, habt ihr einige Fluchtpassagen, doch anstatt Monster gibt es es jetzt eine rotleuchtende Kugel, die alles auf ihrem Weg verschlingt. Leider nutzen sich diese Momente etwas ab, zwar sind auch einige Geschicklichkeitsrätsel bei der Flucht verbaut, doch im großen und ganzen läuft es nach dem selben Schema ab. Weglaufen und dabei den richtigen Weg finden, hin und wieder etwas aufdrehen oder einen Bilderrahmen umdrehen und wieder flüchten. Hätten sich die Entwickler nur darauf beschränkt wäre es ein reines Armutszeugis. Das konnten die Entwickler hinter Shattered Memories besser und packender inszenieren. Da die Parallelwelt nur einen kleinen Teil des gesamten Spiels einnimmt, fällt das Konzept deshalb nicht so schwer ins Gewicht. Nach dem Motto: Zuerst Hui, später pfui.

 

 

Mehr Open World als üblich

http://ps3ego.de/wp-content/gallery/silent-hill-downpour-test-screens-2/silent_hill_downpour-test-screen9.jpg

Um so schöner ist es, die Stadtteile von Downpour zu

erkunden. Mit Taschenlampen, Feuerzeugen oder UV-Lichtern rennt man von einem Stadtteil zum nächsten. Das offene Konzept überzeugt auf anhieb. Soll ich zur Radiostation, oder eher ins Kloster? Downpour fühlt sich mehr nach einem Horror-Adventure an, als damals Homecoming. Dazu tragen die viele kleinen Nebenaufgaben bei, die allesamt eine kleine Geschichte haben. Neben zahlreichen Hol- und Bringaufgaben, gibt es auch eine Handvoll echt gut ausgearbeiteter Nebenaufgaben. Einige Aufgaben verlangen auch etwas Hirnschmalz und ein gutes Auge. Die Aufgaben sind zwar nur Beiwerk, doch sind sie alle sehr gut ins Spiel eingebaut und verlängern das Hauptspiel um gut 6 bis 8 Stunden.

Überhaupt war ich erstaunt, wieviel Zeit ich in Downpour verbracht habe. Mit satten 17 Stunden ist es das umfangreichste Silent Hill. Gelangweilt habe ich mich beim stundenlangen Erkunden und Rätseln nie. Zwar sollte man keine echten Kopfnüsse erwarten, doch dafür gibt es einige kreative und sehr gut ausgearbeitete Rätsel, wie z.B. das Theaterstück-Rätsel im Kloster. Ebenso nett ist die Option zu kämpfen. Musste man in Homecoming noch oft zur Waffe greifen, fällt das bei Downpour nicht mehr ins Gewicht. Der Anteil an Kämpfen ist recht gering, erst kurz vor dem Ende muss man öfter zur Waffe greifen, doch den Großteil der Kämpfe kann man bis dahin getrost umgehen. Hier kommt auch schon die einzige Neuerung ins Spiel, ein großer Bestandteil im Spiel ist das Element "Regen". Wenn es anfängt zu regnen kann es vorkommen, dass mehr als nur ein Gegner in Erscheinung tritt. Dabei hängt es ab wie stark der eigentliche Regen fällt. Überhaupt wirkt der Regen in Silent Hill Downpour sehr stimmungsvoll und düster, fast schon erschreckend gut. Wenn der Himmel sich dunkelblau färbt und es donnert und stürmt, und dabei die Sichweite einschränkt, sollte man schnellstens eine Unterkunft finden. Sei es ein verlassenes Haus oder ein U-Bahn Tunnel. Gerade letztere sind ganz hilfreich, da man im Verlauf des Spieles somit größere Entfernungen zurücklegen kann. Quasi ein kleiner Teleporter, der dich von einem Stadtteil ins nächste bringt, vorrausgesetzt man hat das Gebiet schon mal betreten. 

 

http://www.gamesaktuell.de/screenshots/original/2011/08/silent_hill_downpour_anne_cunningham.jpg

 

Ein Amerikaner nicht nur im Soundstudio...

Was die Silent Hill-Reihe betrifft bestach sie meistens mit einem sehr grotesken und widerlichen Design. Leider ist das Gegnerdesign in Downpour nicht mehr so verstörend wie damals. Zwar würden solche Gegner bei irgendeinen x-beliebigen Spiel funktionieren, aber nicht bei Downpour. Neben bandagierten Hexen, weißen Straßenschlägern mit SM-Masken, wahlweise mit Waffen, gibt es noch ein großes echsenähnliches Monster was an den Decken krabbelt. Nicht gerade spektakulär, dafür sorgen die eingestreuten Schockmomente für einen ordentlichen Adrenalingehalt beim Spieler. Es hat mich überrascht wie oft ich mich erschrocken habe. Die Schockmomente sind durch die Bank gedrückt echt gut gelungen. Richtig gelungen sind die ruhigen Momente z.B. in verlassenen Gebäuden. Man läuft oft minutenlang durch die Gänge und Flure. Man erkundet die Umgebung, löst Rätsel und man wird sprichwörtlich von der Atmosphäre aufgesaugt. Dazu trägt auch die gute Soundkulisse bei. Leider kann die Musik da nicht ganz mithalten, wie in den früheren Silent Hill-Spielen. Das liegt eher am neuen Komponisten, war noch früher Akira Yamaoka zuständig für dem Soundtrack, so ist für Downpour Daniel Licht "der Neue" für die Musikuntermahlung. Zwar passen die jeweiligen Lieder gut zum Setting und zur Situation, doch es fehlt der Funke an Genialität. So sticht im gesamten Soundtrack nur eine handvoll Lieder heraus. Im Gegenzug sind die Stimmen der Charaktere sehr professionell und auch die Ausgabe über eine Surroundanlage ist mehr als sinnvoll, anderfalls nimmt man die guten alten Kopfhörer, für das perfekte Horrorerlebnis.

 

http://images.vg247.com/current//2011/05/sh_d_12.jpg

 

Schöner Horror mit Schluckauf

Downpour ist ein schönes Spiel, klar kommt es in der aktuellen Generation nicht an Visceral´s Weltraum-Horror ran. Doch als Gesamtpaket macht Silent Hill Downpour einen sehr guten Eindruck. Die Charaktermodelle glänzen mit vielen Details, guten Animationen, schicken Schatten- und Lichteffekten und einer wunderbaren Architektur. Die Stadt sieht mit seinem dichten Nebel unheimlich aus und gerade das Kloster glänzt mit einer schönen heruntergekommen gothischen stil. Auch die zahlreichen Innenräume sehen dreckig, verstaubt und heruntergekommen aus und machen einem Silent Hill alle Ehre. Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. So kommt Murphy´s Horror-Trip oft ins stocken. Zwar sind die sporadischen Ruckler nicht so schlimm, doch wenn alle paar Sekunden das Bild kurz hängen bleibt ist das eine Vergewaltigung für die Sinne. Darüber hinaus gibt es auch noch einige merkwürdige Bugs. So kann es passieren das Gegner nicht mehr angreifen und auch die ein oder andere Tür versperrt ist, obwohl man diese zuvor geöfnet hat. Da hilft nur in ein anderes gebäude rein und raus gehen und schwupps kann man wieder durch. Oder man muss letzten Endes das Spiel neuladen. Apropos laden, auch die Savepoints sind mehr als fragwürdig gesetzt. Zwar speichert das Spiel dauernd, doch es kann passieren das man in der Kleinstadt einige Minuten an Fußweg zurücklegen muss falls man doch das Zeitliche segnet.

 

megaartyArthur ´s Fazit:

Downpour hat mir sehr viel Spaß bereitet. Schon allein wieder ein Silent Hill-Spiel zu spielen, ist etwas ganz besonderes für mich. Seit Jahren bin ich Fan der Serie und bin es auch mit Downpour noch. Trotz einiger technischer Mängel bekommt man hier endlich wieder feinste Horror-Adventure Kost. Die Geschichte ist gut und spannend inszeniert, die Soundkulisse kann auch überzeugen und die zahlreichen Nebenaufgaben sind das I-Tüpfelchen. Trotz kleiner technischer Macken haben wir ein sehr gutes Silent Hill mit großer Langzeitmotivation bekommen.

 

Silent Hill Downpour ist für Xbox 360 und PS3 erschienen.

Werbung
Zurück zu Home
Diesen Post teilen
Repost0
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:
Kommentiere diesen Post