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Review # Ninja Gaiden 3

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Oh je, schaut man sich die Kritiken an, scheint es so als sei Ninja Gaiden 3 ein totales Desaster. Zu viele Kämpfe, weichgespülter Schwierigkeitsgrad, öde Grafik und und und... die Liste geht endlos weiter. Trotz übler Kritiken habe ich mir Ninja Gaiden 3 geschnappt und schnetzelte mich knapp 10 Stunden lang durch dutzende Gegnerhorden. Wie mein Ausflug in Ninja Gaiden 3 war, erfahrt ihr hier.

 

Ninja Regel 1 # Zeige keine Gefühle

Ninja Gaiden war nie eine Serie die sich auf ausdrucksstarke Charaktere oder einer smarten Story berufen hat. Es ging immer um das Ende der Welt, es gab immer irgendeinen Gott der wieder erweckt werden soll und auf dem Weg gibt es immer jede Menge Action. Nach dem Motto: das Schwert sagt mehr als tausend Worte. Um so merkwürdiger war die Meldung, dass Team Ninja der Serie etwas mehr Würze verleihen wollte. Kein Wunder, Ninja Gaiden Erfinder Tomonobu Itagaki ist ja bekanntlich nicht mehr an Bord und an seiner Stelle steht jetzt Yosuke Hayashi der mit Itagaki an Ninja Gaiden auf Xbox gearbeitet hat. Ob es die richtige Wahl war Itagaki aus Tecmo zu verbannen sei dahingestellt. Die zahlreichen Fans sind enttäuscht gewesen, mich eingeschlossen, doch dass muss ja nicht zwangsläufig heißen das Ninja Gaiden 3 schlecht wird oder? Laut Yosuke Hayashi soll Ninja Gadien 3 eine düstere Geschichte bieten , tiefere Charaktere und einen Held, der mehr sein soll als nur ein erbarmungsloser Killer. Tja, letzten Endes funktionierte fast keines ihrer Vorhaben. Die Story ist zwar besser als die des  Vorgängers, aber weit davon entfernt richtig gut zu sein. Die zahlreichen Nebencharaktere stecken voller Klischees, dass fällt nicht schwerer ins Gewicht. Überhaupt war die Reihe nicht dafür berühmt originell zu sein, was Story und Charaktere angeht. Deshalb ist es auch nicht störend und was Ryu betrifft, er selbst ist auch noch nach Ninja Gaiden 3 ein Bad Ass-Ninja. Doch worum geht es in Ninja Gaiden 3? Ryu muss ein Attentat stoppen und macht sich auf den Weg nach London. Dort angekommen wird Ryu mit einem Fluch belegt. Dieser breitet sich von seinem rechten Arm aus und soll die Qualen darstellen, die die von ihm Getöteten erdulden mussten und die er nun in sich aufsaugt. Der Fluch breitet sich in seinem Körper aus und droht ihn zu töten. Natürlich macht sich Ryu auf den Weg um den Mysteriös-maskierten Unbekannten, der ihm den Fluch verpasst hat, ausfindig zu machen und die geheime Organisation zu stürzen, die hinter dem Attentat steckt. Für sich genommen ist die Story gut, bietet einige überraschende Wendungen  und ist bis zum Finale sehr gut inszeniert. Gerade das Finale überzeugt auf ganzer Linie. Es war packend und hat sogar einen kurzes aufblitzen von Dramaturgie. Schade nur, dass man als Spieler nicht viel von Ryu´s Qualen mitbekommt. Zwar wird es im Verlauf des Spieles oft visuell dargestellt, doch man fühlt sich nicht mit seinen Schmerzen verbunden. Somit hat man die Chance vertan Ninja Gaiden 3 erzählerisch mehr Tiefgang zu geben.

 

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Ninja Regel 2 # Technik ist stärker als 1000 Krieger

Okay, NG 3 hat nicht die Tiefe an Story erhalten wie es ursprünglich geplant war, doch Ninja Gaiden spielte man nie aufgrund der bahnbrechende Story. Wo zahlreiche Spiele versagen, überzeugt Ninja Gaiden 3 fast auf ganzer Linie. Das Kampfsystem ist..., okay bevor ihr mich kritisiert: Ich habe Ninja Gaiden 3 auf Schwer gestartet und auch auf Schwer beendet. Es wahr größenteils Schei*e Schwer. Ich habe oft daran gedacht das Pad gegen die Wand zu werfen, ich bin Emotional zerbrochen als ich von dem ein oder anderen Boss in dem Arsch getreten wurde. Nach gefühlten 30 Versuchen habe ich dann doch den Boss niedergestreckt und das Gefühl gehabt das ich schon echt krass bin. Es ist kaum in Worte zu fassen. Dabei führt Button Smashing nur selten zum Sieg. Die zahlreichen Gegner mit ihren Stärken und Schwächen müssen studiert werden. Ein Gegner mit Bogen/Raketenwerfer sollte man aus der Distanz angreifen, ein Gegner mit Schild sollte dagegen mit starken Schlägen bearbeitet werden. Die ersten Sekunden sind für einen Sieg oder eine Niederlage ausschlaggebend. Sind noch im ersten Kapitel die Gegner reines Frischfleisch für deine Klinge, wird es zum Ende hin ein reines Survivaltraining. Hat man genügend Gegner erledigt fängt Ryus rechter Arm zu leuchten. Mit einem Druck auf die Dreick/Y-Taste kann Ryu einen furios-brutalen Finisher auf die Gegner hetzen. Zu Beginn kann man auf der Stelle nur drei Gegner mit seiner Ultimativen Technik ausschalten , später wächst die Zahl auf Fünf. Ebenfalls neu ist das nutzen von seinem Ninpo-Zauber. Konnte man noch in Ninja Gaiden 2 Sigma unterschiedliche Zauber auf die Gegner loslassen, so ist es im dritten Teil leider nur auf einen einzigen beschränkt. Zwar ist der Zauber zu Beginn noch beeindruckend inszeniert, doch nach wiederholtem Einsatz hat man sich auch hier satt gesehen. Zumal es nur ein Zauber in der Hauptgeschichte gibt. Die Neuerung beim Zauber ist, das je mehr Gegner sich auf dem Schirm befinden, mehr Lebensenergie wiederhergestellt wird. So sollte man gut überlegen ob man den Zauber sofort nutzt oder noch wartet, bis eine schwerere Gegnergruppe in Erscheinung tritt. Ebenfalls gut ist es, dass so bald das Feld gesäubert ist auch deine Lebensenergie regeneriert wird. Das Heilungsystem ist vergleichbar http://download.gamezone.com/assets/old/products/Ninja_Guiden_3.jpgmit dem aus Halo ODST. Nur bei den etwas mager platzierten Speicherpunkten wird die gesamte Lebensenergie wiederhergestellt. So kann es schon einmal vorkommen, dass man vor einem Boss-Kampf, erst noch eine Gruppe an Gegnern besiegt werden muss. So musste ich einmal vom letzten Speicherpunkt aus neustarten und einen langwierigen Kampf wiederholen ohne möglichst getroffen zu werden. Nur damit ich nicht mit einem Bruchteil meiner Lebensenergie vor einem Boss-Kampf stehe. Ach ja, gespeichert wird wie schon im Vorgänger nur bei Speicherpunkten und die liegen wie schon oben beschrieben, weit auseinander. Gut das die zahlreichen Checkpoints sehr gut platziert sind. Ansonsten fühlt sich das Kämpfen auch im dritten Teil sehr gut an, ausweichen, parieren ein schneller Kombo hinterher und die Gegner sind Geschichte. Das einzige was man braucht sind gute Reflexe und Geduld. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad tauchen mal mehr Gegner und mal weniger auf. So wird ein Anfänger auf "Held" keine Probleme haben, auf "Schwer" jedoch tauchen nicht nur doppelt so viele Gegner auf, sondern dass Zeitfenster fällt deutlich kürzer aus, was Schläge und Blocks betrifft. Man muss einfach schneller handeln und sich gut überlegen wen man als nächstes angreift. Ebenso fällt einem auf das man bis auf den Bogen und das Schwert keine weitere Waffe zur Verfügung hat. Das ist schade, da es nichtmals im Verlauf des Spieles eine Möglichkeit gibt Waffen zu kaufen oder zu finden geschweige denn das Schwert irgendwie aufzuwerten. Das Aufwerten ist dagegen Storyabhängig. So findet man im Laufe des Abenteuers nur 2 weitere Schwerte. Wieso man sich gegen mehrere Waffen entschieden hat, bleibt mir aber ein Rätsel, denn das drückt sehr auf die Motivation und die Abwechslung.

 

Ninja Regel 3 # Sei leise und tödlich zugleich

Ryu wäre kein echter Ninja wenn er nicht auch mal Gegner lautlos ausschalten könnte. Zwar haben es die Entwickler verpasst genügend Momente einzubauen, in denen man lautlos die Gegner ausschaltet, doch immerhin gibt es solch eine Option. So kommt man zu Beginn des ersten Kapitels in einen Bereich der voller Rauch und Nebel ist. Dabei muss man sich mit langsamen Schritten an die Gegner heranpirschen und sie mit einen schmerzhaften Finisher ausschalten. Wird man entdeckt, wird das Feuer eröffnet. Ebenfalls neu ist das klettern. Ryu kann mit seinen Kunais an Wänden klettern, dafür werden die Schultertasten als rechter und linker Arm genutzt. Mit abwechselndem drücken auf die Schultertaste erklimmt man wahlweise schneller oder langsamer die Wand. Leider ist unser Ninja Freund auch an der Wand ein leichtes Ziel, gut das man falls nötig mit einem Druck auf die Kreis/B-Button ein Kunai werfen und den Gegner vom Dach runter holen. Das gleiche gilt auch beim Hangeln. In den meisten Action-Szenen setzt man neuerdings auf die mittlerweile ausgelutschten Quicktime-Events. Auch wenn ich hier wieder etwas am motzen bin, muss ich zugeben das sie doch gut verbaut wurden und gut in das Gesamtbild von Ryus Abenteuer passen. Etwas schade ist es trotzdem, da auch der Vorgänger ohne ausgekommen ist. Zudem nervt mich der etwas eintönige Ablauf. Neben kämpfen und klettern gibt es fast keine Ruhepausen. Zwar kann man im späteren Teil das Hayabusa Dorf besuchen, von einer freien Erkundung fehlt jegliche Spur. Hier hätten die Entwickler vieleleicht das enge Level-Korsett offener gestalten können. Einige Rätsel- oder Geschicklichkeitsaufgaben verbauen können. So rennt man in Ninja Gaiden 3 von einem Kampf zum nächsten. Hätte das Spiel nicht die spannenden Boss-Kämpfe und die gute Inszenierung, könnte man denken man habe Ninja Gaiden aus der NES-Zeit vor sich.  

 

http://xbox360media.ign.com/xbox360/image/article/121/1214532/crossing-swords-with-ninja-gaiden-3-20111211044642633.jpg

 

Ninja Regel 4 # Dein Clan ist deine Familie

Zum ersten mal in Ninja Gaiden ist es möglich einen Clan zu erstellen. So kann man mit bis zu 8 Spielern in diversen Arenen auf Leben und Tod kämpfen. Darüber hinaus kann man seinen eigenen Charakter erstellen und vollständig anpassen. Waffen, Kleidung und Ninpo-Zauber sind ebenso frei wählbar, vorrausgesetzt man hat sie freigeschaltet. Wie heutzutage üblich kann man nach Kämpfen Erfahrungspunkte sammeln und neue Techniken erlernen. Leider scheinen die Klan-Schlachten immer noch von einigen Lags geplagt zu sein, die hoffentlich mit Updates ausgemerzt werden. Neben Klan-Kämpfen gibt es auch wie im Vorgänger Arena Kämpfe gegen immer stärker werdende Gegner. Die zu Beginn wählbaren Arenen sind in Schwierigkeitsstufen unterteilt. So sind die Kämpfe auf Akolyth noch recht einfach zu meistern, auf Ninja Meister dagegen sind die Kämpfe unheimlich schwer. Gut, dass man das ganze auch im Co-Op absolvieren kann, leider nur Online und ohne einen Splitscreen-Modus, was wiedermal etwas schade ist. Schon im Vorgänger hätte ich mir einen Modus gewünscht. Alles im allem ist der Online-Part eine gute Ergänzung zum Rest. Es gibt genügend freischaltbare Waffen, Kleidungen und Herausforderungen.


Ninja Regel 5 # Schlechtes Aussehen und Töne schaden dir

Wenn man sich Ninja Gaiden 3 anschaut, dann bemerkt man schnell, dass die Technik leicht veraltet daher kommt. Grobe Umgebungstexturen, etwas simple Levels und sterile Umgebungen sind nicht das, was man von einem Ninja Gaiden 3 im Jahre 2012 erwartet hätte. Ich hatte immer das Gefühl das Ninja Gaiden 2 Sigma besser aussah, zumindest was die Umgebung betraf. Immerhin sind die Schauplätze etwas abwechslungsreicher ausgefallen als man noch zu Beginn vermuten würde. Neben Großstadt-, Wüsten-, Schnee- und Dschungel-Landschaften gibt es noch Ruinen, Flugzeugträger und Labore. Gerade letzteres wirkt arg veraltet. Schade, denn die zahlreichen Zwischensequenzen sind gut inszeniert. Die Charaktermodelle sind wunderbar detailliert und die Animationen in den Kämpfen sind einfach herrlich flüssig. Die schicken Effekte überzeugen, dafür sind die Schatten etwas pixelig ausgefallen. Das Spiel läuft außerdem größtenteils mit 60 FPS, kleine Slowdowns sind nur bei riesigen Gegner und zahlreichen Effekten zu spüren. Ninja Gaiden war nie ein Kinderspiel und auch im dritten Teil ist es dies nicht. Wenn Ryu einen Gegner aufschlitzt und er winselnd auf dem Boden liegt und um Hilfe schreit sieht es sehr brutal aus. Das abtrennen von Körperteilen vermisst man dennoch. Schön ist es, hin und wieder zu sehen dass sich auch einige Gegner freiwillig übergeben, vorallem wenn sie stark in der Unterzahl sind. So bleibt einem das selber überlassen ob er sie weiter angreift oder zum nächsten Abschnitt geht. Ebenfalls ein netter Effekt ist es das Blut an der Kleidung und der Waffe hängen bleibt.

 

Die Akustik punktet auf breiter Front: Die englische Sprachausgabe ist gut vertont, einzig die japanische Sprachausgabe klingt noch eine Ecke cooler. Die Sprachausgabe kann man im Menü ändern, im laufenden Spiel ist das leider nicht mehr möglich. Bei den Gefechten klirrt das Metall, Explosionen lassen den Subwoofer beben, es zischt wenn sich die Klinge durch Fleisch und Knochen kämpft und das Blut plätschert auf den Boden und die Innenseite des Bildschirms. Ein wahres Fest für die Ohren. Schöner kann ein Schwerthieb nicht mehr klingen.

 

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megaartyArthur´s Fazit:

Schaut man sich die negativen Punkte an, sieht es so aus als sei Ninja Gaiden 3 eine reine Enttäuschung. Die Kulisse wirkt etwas veraltet, man wird von Gegner-Massen fast schon überrannt und das Konzept vom Dark Hero geht 100%ig auf. Auf der anderen Seite hatte ich sehr viel Spaß mit dem Spiel, denn die Kämpfe sind sehr fordernd  und hervorragend inszeniert. Die Story rund um Ryu ist trotz Klischees und Kitsch motivierend und die zahlreichen Herausforderungen abseits der Hauptgeschichte sind immer wieder Wert das Spiel reinzulegen. Letztendlich bleibt einem selber überlassen ob man Ninja Gaiden 3 eine Chance gibt oder nicht. Fans von Hack & Slay Spielen und einen Faible von Herausforderungen werden mit dem Spiel viele schöne Stunden verbringen. Zwar ist Ninja Gaiden 3 nicht so gut geworden wie ich es mir gewünscht habe, doch enttäuscht war ich letzten Endes nicht. Hätte das Gameplay außerhalb der Kämpfe mehr Zuneigung bekommen und auch die Kulisse einen schöneren Anstrich verpasst bekommen, hätte ich ohne wenn und aber eine Empfehlung ausgesprochen. So bleibt es ein gutes Spiel, was im Schatten seines hervorragende Vorgängers wandelt.

 

Ninja Gaiden 3 ist für Xbox 360 und PS3 erschienen.

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