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Herrlich, es gibt Tage da freut es mich nach fast einem Jahr ein Review zu schreiben. Aber für welches Spiel? Final Fantasy natürlich. Um genauer zu sein Final Fantasy XIII-2, das Spiel erschien Anfang Februar für Playstation 3 und Xbox 360. Da ich es aber schon vor einigen Monaten durchgespielt habe, dachte ich mir das ein Review trotz dieser langen Zeitspanne noch nötig ist. Mensch bin ich faul. Aber es geht nun mal nicht um mich, sondern um Final Fantasy XIII-2. Wie fand ich nun das Spiel?
Endlich wieder ein (gutes) Final Fantasy?
Wie ihr schon oben erahnen könnt, war ich nicht wirklich zufrieden was Square Enix vor knapp 3 Jahren mit Final Fantasy XIII erschaffen hat. Sowohl Fans als auch Kritiker waren sich einig, dass Final Fantasy XIII nicht der erhoffte J-RPG Knüller ist den sich jeder gewünscht hätte. Viel zu linear, zu langatmig, ein schwacher Soundtrack, eine schwache Story, einige nervige Charaktere und Schwächen im Kampfsystem, machten mir als echter Final Fantasy-Fan das Leben schwer. Na immerhin war die Grafik gut... aber ich möchte jetzt nicht über Final Fantasy XIII reden, sondern um seinen direkten Nachfolger und der ist echt gut. Square Enix hat aus zahlreichen Fehlern gelernt und endlich kann auch der Hardcore Final Fantasy-Fan behaupten, dass das Spiel bis auf Kleinigkeiten, gelungen ist.
Wie war das nochmal...?
Die Geschichte von XIII-2 spielt 3 Jahre nach Final Fantasy XIII. So weit so gut, ihr steuert zu Beginn noch Lightning, die Protagonistin aus FF XIII. Wer das Ende von FF XIII kennt, der weiß in etwa worum es geht: Lightning hat sich am Ende selbst "geopfert", wurde zum Kristall und hat somit ihre Schwester Serah gerettet. Jetzt befindet sich Lightning in Valhalla und versucht dort einen mysteriösen Mann namens Caius aufzuhalten. Nach einem spektakulären Einstieg, schickt Lightning den jungen Krieger Noel nach Cocoon damit er ihrer Schwester zur Seite steht. Im großen und ganzen dreht sich die Geschichte in Final Fantasy XIII-2 um Zeitreisen. Da Cocoon am Ende von FF XIII zu einem riesigen Kristall wurde drohen in naher Zukunft die Kristallsäulen einzubrechen und die Bewohner darunter zu begraben. Serah und Noel versuch von einer Zeitperiode zur nächsten zu springen um das Unglück zu verhindern. Jetzt kommt genau der Knackpunkt weshalb ich die Story von Final Fantasy XIII-2 deutlich interessanter finde als die des Vorgängers. Zum einen liegt es daran, das der Fokus nur auf zwei Charaktere gelegt wurde und mir somit ellenlange Cutscenes erspart bleiben, zudem sind die Charaktere trotz Japano-Zuckerguss gut ausgearbeitet. Sicher, es gibt immer noch kitschige Momente, aber dafür fallen die Charakter nicht wegen ihrer nervigen Art auf. Somit werden Vanille- (und ihre nervige Stimme) und Hope-(dieses dumme Emo Kiddy) Hasser weitgehend verschont. Besonders gelungen fand ich Caius, endlich gibt es nach langer Zeit im J-RPG Genre einen wirklich guten Bösewicht der nicht in der Klischee-Kiste landet, wie noch viele seiner Kollegen vor ihm. Leider muss ich mich mit Storyschnipseln zurückhalten, aber dafür kann ich sagen, dass mich der Plot bis zum Ende gefesselt hat. Das Spiel endet mit einem Cliffhanger und es hat mich sofort heiß auf die Fortsetzung gemacht hat.
Hat Square Enix aus Fehlern gelernt?
Was mich endlich freut, ist dass FF XIII-2 deutlich offener ist als FF XIII. Gott sei Dank, darf ich komplexere Gebiete erkunden, statt Schlauch-Levels. Es gibt mehr zu entdecken, mehr Nebenmissionen, mehr Orte und mehr Abwechslung. Auch das Pacing innerhalb der Levels wurde verbessert, statt alle zwei Meter eine 10-minütige Cutscene zu sehen wurde die Anzahl an Zwischensequenzen stark reduziert. Wobei ich erwähnen muss, daas FF XIII-2 sowohl bei den opulenten CGI-Sequenzen als auch bei den Cutscenes in Spielgrafik allen RPGs die Hosen auszieht. Bessere und schönere Zwischensequenzen wird man momentan nicht finden, was ich auch nicht anders erwartet habe. Die offenere Struktur nutzt Square Enix geschickt für Nebenaufgaben und Zeitspielereien. Die Nebenmissionen sind zwar zahlreich, sind aber auf das simpelste reduziert worden. Statt komplexe Aufträge, erwarten den Spieler recht simple Hol und Bring sowie Jagd Missionen. Obwohl ich so etwas belanglos finde, hat es mich nicht gestört, was vielleicht daran, dass die Levels nicht übermässig groß ausfallen. Im Vergleich zu FF XIII sind die Wege offener und meist mit kleinen Rätseln versehen. Bestimmte Nebenaufgaben erfordern sogar das Nutzen der Chronosphäre, so seid ihr gezwungen durch die Zeit zu Reisen um einige Aufgaben zu bewältigen. Hier kommt auch schon ein sehr wichtiges Element, die Zeitreise zum Ausdruck. Man sammelt im Spielverlauf Kristalle mit denen man Zeitportale öffnet. Einige führen euch zu neuen Orten, andere versetzen euch in eine andere Zeitperioden, wo einst mal Wüste war ist 100 Jahre später eine Eislandschaft. Dieses Feature hat mir besonders gut gefallen, da dass enge Korsett aus FF XIII aufgebrochen wird und zum experimentieren einlädt. Manchmal ergeben sich sogar geheime Events, wie alternative Enden oder spezielle Bosskämpfe. Nebenbei bemerkt, hat der Spieler immer die Möglichkeit das Portal zu öffnen und zu verschließen, somit hat man die Möglichkeit ein Event erneut in Angriff zu nehmen. Ein Großteil der Events, die zu anderen Enden oder Alternativen Wegen führen, werden durch Multiple Choice-Fragen gestellt. Leider versteht Square Enix nicht, wie man Konsequenzen in FF XIII-2 richtig umsetzt. Oft führen die gewählten Fragen/Antworten nur zu einem möglichen Ende, was deshalb absurd ist, weil man oft aus 2 bis 4 Fragen/Antworten wählen kann. Sicher hat man die Möglichkeit, die Zeit zurück zu drehen um sich eine andere Frage/Antwort zu widmen, aber dies ändert nichts am Ausgang des Gesprächs,
nur dass man einen Bonus Gegenstand dafür erhält vielleicht. Square Enix möchte den Spieler zum experimentieren anregen, schafft es aber nicht die Bedeutung von Entscheidungsfreiheit einzufangen. Es sollte sich wie eine große Idee anfühlen, ist aber von der Ausführung schlecht umgesetzt. Wieso sich die Entwickler nicht die großen Titel wie The Witcher, Skyrim und Co. angeschaut haben, bleibt mir ein Rätsel. Dort funktionieren die Entscheidungen, weil jede Entscheidung zu vielen verschiedenen Konsequenzen führt. Hier jedoch verkommt das Ganze zur Lächerlichkeit, weil viele Fragen/Antworten meist nur zu einem Ergebnis führen. Besser gelungen sind da die Sprungpassagen, was ein Novum in der Serie ist. Zwar wird nicht oft die Sprungtaste genutzt, aber immerhin besser als das automatisierte Springen in Final Fantasy XIII, dass sehr aufgesetzt wirkte. Eine weitere Neuerung ist der Mog. Das kleine Plüschtier kann genutzt werden um verborgene Gegenstände zu entdecken und ihr könnt den Mog auch zum Werfen nutzten womit ihr Objekte oder Schalter erreicht die ihr sonst nicht erreichen würdet.
Schneller, Schöner, Besser?
Neben der Zeitreise Story und den neu eingebauten Entscheidungen, ist natürlich das Kampfsystem der Hauptkern des Spieles. Das Kampfsystem ist das Herzstück eines JRPG´s und deshalb war ich sehr skeptisch bei FF XIII-2 ob Square Enix aus Fehlern gelernt hat. Ja haben sie, auch wenn nicht alle Fehler beseitigt worden sind. Das Grundgerüst von FF XIII ist auch in der Fortsetzung wieder zu finden, wobei es auch einige neue Features mit sich bringt. Das Wichtigste zuerst: Das Spiel ist nicht vorbei wenn der Team Leader im Kampf fällt. Sehr gut, stirbt der Leader, wird sofort zum nächsten Charakter gewechselt und ab dem Punkt ist diese Person der Leader. Was habe ich mich noch geärgert als das noch nicht in FF XIII möglich war, habe es verflucht und als eines der dümmsten Vergehen des JRPG Genre bezeichnet. Jetzt kann ich endlich nach dem Ableben eines Leaders weiterkämpfen ohne den Joypad an die Wand zu werfen.
Ein weiterer Kritikpunkt, waren die sehr zähen Kämpfe, auch hier sieht man die Verbesserungen. Statt Kämpfe die Minutenlang dauern, dauern sie jetzt wenige Sekunden. Kann für viele auf dem ersten Blick verwirren, für mich jedoch war es ein echter Segen. Da FF XIII ein sehr eingeschränktes Kampfsystem hatte und dem Spieler viel Freiheit nahm. FF XIII-2 gibt mir das Gefühl mehr in die Kämpfe involviert zu sein. Die Kämpfe sind rasanter geschnitten und deutlich flüssiger zu spielen. Grundsätzlich basiert das Kampfsystem in Final Fantasy XIII auf dem bekannten Active-Time-Battle-System, das schon in vielen Teilen zuvor zum Einsatz kam und für Final Fantasy XIII-2 weiterentwickelt wurde. So muss man nicht wie in früheren FF Spielen darauf warten einen Angriff auszuführen wenn der ATB-Leiste des Charakters voll ist, sondern man ist jetzt in der Lage Angriffe auszuführen wenn der ATB-Balken einen bestimmten Punkt erreicht. Die gewählte Attacke legt sich dann in den ersten von drei freien Slots. Für stärkere Angriffe benötigt man entsprechend mehr Teile des ATB-Balkens. Stärkere Angriffe kosten mehr als leichte, es ist auch möglich, bis zu fünf Angriffe auszuwählen, die dann nacheinander vom Charakter ausgeführt werden. Eine weitere Verbesserung findet man beim Wechseln der Paradigmen. Dabei werden die Rollen der am Kampf beteiligten Charaktere verändert, so wird zum Beispiel aus einem Magier mit Angriffszaubern ein Magier mit Heilzaubern oder ein Nahkämpfer. Der Paradigmen-Wechsel wurde im Vergleich zum Vorgänger angepasst. Das wechseln geht jetzt schneller von statten und fühlt sich deutlich dynamischer an als noch in FF XIII. Neu hinzu gekommen ist das einfangen von Monstern. Ähnlich wie in Pokémon hat man die Möglichkeit Monster in den Kampf zu schicken. Im Grunde ist es ein Kompromis zu FF XIII, da man dort noch Esper zur Hilfe rufen konnte. Dies fällt jedoch weg und Square Enix hat sich für was neues entschieden. Mir gefiel die Idee sehr gut, so übernimmt ein Monster den Platz des dritten Charakters, jedes Monster ist zudem in Klassen unterteilt, somit kann der Spieler selbst bestimmen, welches Monster er in seine Party aufnimmt. Man hat genau 3 Slots für Monster, die man im aktiven Kampf durchwechseln kann. Hier entfaltet sich die Stärke des Kampfsystems, denn wenn man aktiv von einer Klasse zur nächsten wechselt und sich so immer auf dem Angreifer und seiner Taktik anpasst kommt schnell Dynamik in die Sache rein. Wenn es etwas gibt was mich etwas stört, dann ist es der etwas niedrige Schwierigkeitsgrad. Es gibt auch die ein oder anderen anspruchsvollen Kämpfe, aber unterm Strich ist der Schwerigkeitsgrad niedrig angesiedelt und das obwohl man im Optionmenü die Möglichkeit hat die Kämpfe anzupassen.
Hinter der Konkurrenz?
Man kann es kaum glauben, aber neu ist auch (wieder) das Level System. In FF XIII musste man noch auf ein Levelsystem verzichten, als Ausgleich hatte man das Kristarium, was im Kern nichts weiteres ist als eine erweiterte Version des Sphärobretts, nur im neuen Look. Während Serah und Noel mit Erfahrungspunkte immer wieder neue Rollenboni und -fertigkeiten freischalten, füttert man ihre tierischen Begleitern mit speziellen Beutestücken um ihre Entwicklung voranzutreiben. Darüber hinaus kann man seine Gefolgschaft auch miteinander kreuzen oder ihnen dekorativen, aber nutzlosen Schnickschnack anlegen. Schade, dass weder Noel noch Serah individuelle Kostüme haben, so rennt man vom Anfang bis zum Ende immer mit den gleichen Kostümen rum. Dabei hätte es sich doch angeboten, stattdessen versuch Square Enix dem Spieler mit Download Contents zu füttern und das nicht umsonst. In Zeiten von Skyrim und Co. ist es schon ein Armutszeugnis, dass Square Enix es nicht schafft dem Spieler für ein 60 Euro Vollpreisspiel das zu geben was die Konkurrenz seit Jahren bietet, und zwar Umfang. Ich möchte endlich mehr Freiheit beim gestalten haben, möchte viel mehr Objekte haben die meinen Charakter äußerlich und von den Statuswerten verändert. Stattdessen beruht sich Final Fantasy XIII-2 auf altbekanntes. Das momentane Vorzeigebeispiel ist wohlmöglich der Wii Exklusive Titel, Xenoblade Chronicles. Die Welt ist offen, es gibt viele Nebenaufgaben und es gibt vieles zu entdecken. Genau so muss ein modernes JRPG sein und nicht weniger. Das heisst nicht, dass Final Fantasy XIII-2 schlecht ist, es sollen nur als Beispiel dienen, wie sich die Serie weiterentwickeln soll. Wie kann das sein, dass ausgerechnet Square Enix sich noch auf altbekanntes verlässt? Das japanische Unternehmen galt vor 10 Jahren als Vorzeige Entwickler, jetzt jedoch ist man der Konkurrenz unterlegen. Vielleicht schafft es Final Fantasy XVI alle Altlasten abzuwerfen und der Serie neue Impulse zu liefern. Wenigstens schafft Final Fantasy XIII-2 seinen misslungen Vorgänger abzuhängen.
Technische Meisterleistung?
Ja, Final Fantasy XIII-2 sieht super aus, die Levels, die Charaktere, die Animationen und die Effekte. Besonders hervorheben möchte ich das schöne Akademia-Level, mit seinem futuristischen Look. Leider hat die Pracht seinen Preis, es gibt Probleme mit der Framerate. Wenn viel auf dem Bildschirm los ist, dann ruckelt das Bild ganz schön. Wirklich schade, dass die Entwickler dieses Problem nicht ausgebügelt haben. Einige Orte wurden zudem wiederverwertet und aufgehübscht, nicht wirklich schlimm, aber ich hätte mir noch mehr Levels gewünscht. Dafür entschädigen, die schönen Lichtstimmungen und Regeneffekte. Besonders die Charaktermodell verdienen einen Lob, die Gesichtsanimationen sind beeindruckend und der Detailgrad enorm hoch. Die Xbox 360-Fassung kommt dieses mal nur mit einer DVD. Zum Vergleich, Final Fantasy XIII kam noch mit 3 DVD´s daher. Viele Zwischensequenzen laufen nun in Echtzeit und mussten nicht vorgerendert werden. Die handvoll CGI-Filmchen sind immer wieder beeindruckend. Neben Blizzard gehört Square Enix eindeutig zu den Besten des Faches. Darüber hinaus sehen beide Version identisch aus.
Die Musik ist dafür gelungen und gut abgemischt. Besonders Final Fantasy XIII hatte einen sehr schwachen Soundtrack. XIII-2 hat dagegen viele gute neue als auch alte Stücke, der Mix aus teils, rockigen, teils J-Pop und klassischen Stücken funktioniert sehr gut. Die englischen Sprecher machen auch eine sehr gute Figur. Einzig Chocolina geht einem nach kurzer Zeit auf den Sack.
Arthur´s Fazit:
Ja, ja Final Fantasy. Was soll ich nur dazu sagen, es gibt Höhen und Tiefen in der Serie, in den letzten Jahren eigentlich nur Tiefen. Meine Erwartung war nicht hoch und nach dem Debakel von Final Fantasy XIII hatte ich eigentlich nicht so viel Lust auf das Spiel. Doch FF XIII-2 hat mich eines besseren belehrt, ich habe viele schöne Stunden mit dem Spiel verbracht, die Story ist schön erzählt und spannend geschrieben, trotz Kitsch und Japano-Zuckerguss. Die Kämpfe sind flotter, die Welt offener und das Reisen durch verschiedene Zeiten macht Spaß. Trotz einiger Schwächen im Design, bekommt man endlich wieder ein gutes Final Fantasy serviert. Im Grunde ist FF XIII-2 gehau das was FFXIII hätte sein sollen.
Final Fantasy XIII-2 ist für Xbox 360 und PS3 erschienen.