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Review # Far Cry 3

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Wenn man an Far Cry denkt dann fallen schnell Worte wie: Insel, Action und geile Grafik. 2004 hat Entwickler Crytek den Paradies-Shooter auf den Markt geworfen und einen großen Erfolg verbuchen können. Kurze Zeit später wurde die Lizenz an Ubisoft verkauft und seitdem sind zahlreiche Titel unter dem Namen erschienen. Der offizielle Nachfolger Far Cry 2 erschien 2009 und war unter Kritikern und Fans sehr zerstritten. Die eine Fraktion mochte die offene Welt, das neue Setting und die gelungene Optik, die anderen konnten mit den zahlreichen Design-Entscheidungen nichts anfangen. Das ständige Respawnen von Gegnern, die leere Welt und die flache Story hatten zahlreichen Fans vor den Kopf gestoßen. Um so skeptischer waren Fans bei der Ankündigung von Far Cry 3. Laut Ubisoft möchte man wieder zurück zu den Anfängen der Serie, statt Afrika-Setting, gibt es wieder Sonne, Strand und Meer. Far Cry 3 soll das Shooter-Genre auf ein neues Level heben. Hat Ubisoft aus den Fehlern von Far Cry 2 gelernt und erwartet uns vielleicht der Shooter des Jahres?


Strände, Psychophaten und Drogen. Kann Urlaub schöner sein?
Die erste halbe Stunde von Far Cry 3 lässt erahnen was dem Spieler noch so alles bevorsteht. Besonders der Auftakt gehört jetzt schon in die Top 10 der besten Einführungen aller Zeiten. Ihr übernimmt die Rolle von Jason Brody, ein echter Partyboy, ein Lebemann wie es im Buche steht. Er liebt den Adrenalinkick, weshalb er und seine Freunde sich entschließen einen Fallschirmsprung über eine Insel zu machen, zu doof das ausgerechnet Piraten die Insel besetzt haben. Die Gruppe gerät in einen Hinterhalt und sie werden gefangen genommen. Der spaßige Urlaub entpuppt sich schnell als wahrer Albtraum für die Gruppe.


Ein wichtiger Punkt für Ubisoft war eindeutig die Geschichte, zwar ist die Geschichte für sich selbst kein Meilenstein, doch das Zusammenspiel von Charakteren und Dialogen zeigen deutlich, dass Far Cry 3 fast allen Shootern kräftig in den Hintern tritt. Was hier größtenteil abgeliefert wird, ist einfach großartig. Ob in puncto Erzähltechnik oder bei Details wie der Kameraführung und den Stimmen: So sieht ein exzellenter Einstieg aus. Direkt zu Beginn führt Ubisoft auch einen der beeindruckendsten virtuellen Bösewichte der letzten Jahre ein, "Vaas Montenegro". Seine Art mit seinen Opfern zu spielen und zu Foltern ist einfach beeindruckend und erschreckend zugleich. Seine Dialoge und Bewegungen sind mindestens so beeindruckend wie sein äußerliches Erscheinungsbild. Zwar sind alle anderen Charaktere, die man in der rund 10 bis 15 Stunden langen Kampagne begegnet, ebenso gut ausgearbeitet, doch man merkt das Vaas den anderen die Show stiehlt. Kurz nach diesem fantastischen Einstieg entkommt Jason aus den Fängen von Vaas und findet sich im Fluss wieder. Der Eingeborene namens Dennis, rettet ihn aus denn Fluten und nimmt ihn mit in sein Dorf. Dieser erkennt in ihm einen Kämpfer und verpasst ihm deswegen ein paar Tattoos, die ihn als einen wahren Krieger identifizieren und im Verlauf des Spiels als Grundlage für die Charakterentwicklung dienen. Die Story verläuft nach dem klassischen Videospiel-Muster, denn man wird im Verlauf immer mächtiger und die Feinde fürchten einen mehr. Jason folgt auf Rambos Fußstapfen und entwickelt sich zu einer wahren Killermaschine. Zwar ist die Geschichte sehr bei den Haaren herbeigezogen, doch von Langeweile kann hier nicht die Rede sein. Man trifft immer wieder skurrile Charaktere und erlebt dementsprechend sehr abgefahrene Situationen.

Cool sind auch Jasons Drogen-Trips und Wahnvorstellungen. Ich würde mich liebend gerne dazu äußern, doch hiermit würde ich einen Großteil der Highlights spoilern und deshalb soll der Spieler es selbst erleben. So viel sei gesagt, Ubisoft schafft es mit kleinen Abstrichen, Jasons Erlebnis und Gefühle gut in dem Vordergrund zu stellen und seine Taten und seine Wandlung nach und nach zu hinterfragen.


Wer bei Far Cry 3 über den Tellerrand hinausschaut, erkennt schnell viele Popkulturelle-Referenzen und -Hommagen. Teils Visuell, teils in Dialogen, werden zahlreiche Filme zitiert. Von Kubrick, Spielberg bis hin zu Tarantino ist alles dabei was Filme schauen in unserer Kindheit geprägt hat. Hier ein Beispiel, wenn man im Meer auf ein versunkenes Schiff stößt und der Aussichtsturm aus dem Wasser ragt, noch dazu ein Hai in der Nähe ist, erinnert das Szenario an das Finale von Spielberg´s Klassiker "Der weiße Hai".

 

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Alltag auf der Insel
Küsten, dichte Wälder, besiedelte Dörfer, zahlreiche Tiere und Pflanzen schmücken die offene Inselwelt von Far Cry 3. Ja, ich fand Far Cry 2 zu Beginn noch sehr gut, die Technik sah selbst auf 360 und PS3 einfach erstklassig. Leider, entwickelte sich das Spiel zu einem sehr monotonen Shooter der zahlreiche Fehler hatte. Die Welt war groß, hatte aber bis auf das Finden von Diamanten nichts zu bieten. Man konnte keine Tiere jagen, es gab wenig Nebenaufgaben und die Story war nebensächlich. Far Cry 3 ist im Verglich zu seinem Vorgänger motivierender, unterhaltsamer und konsequenter. Man kann Tiere jagen und aus dem Gewonnenen Material Waffengurte, Granaten-Taschen, Geldbörsen usw. herstellen. Die zahlreichen Tiere sind dabei in Territorien unterteilt, was zwar etwas die Glaubwürdigkeit der Insel trübt, jedoch dem Spieler zum erkunden und jagen verhilft. Dabei schafft es Ubisoft mir oft eine schöne Wildnis vorzuggaukeln. Wenn ich von einem Felsvorsprung sehe, wie ein Tiger eine Gruppe Antilopenjagd, dann fühlt sich die Fauna sehr natürlich an. Es ergeben sich immer wieder kleine Ereignisse die für ein schmunzeln sorgen. Neben der Herstellung von Ausrüstung, ist man noch in der Lage kleine Muntermacher zu Mischen. Das Thema Drogen wird nicht nur in der Story thematisiert, sondern findet sich auch im Gameplay wieder. Hierfür spielt die Pflanzenwelt eine wichtige Rolle, hat man erst eine bestimme Anzahl an Pflanzen gesammelt, ist man in der Lage Spritzen herzustellen. Je nach Spritze, hat der Spieler andere Vorteile, sei es bei Kämpfen, beim Erkunden oder beim Jagen.


http://images3.wikia.nocookie.net/__cb20121204214640/farcry/images/a/ab/Jason_Brody.jpgUbisoft hat auf die Kritik des Vorgängers reagiert. Der Spieler kann jetzt feindliche Stützpunkte einnehmen ohne sich Sorgen zu machen, dass ständig neue Feinde das Lager einnehmen. So erschließt man nach und nach die Welt und verschafft sich Rückzugspunkte in denen man neue Waffen, Ausrüstung und Munition kaufen kann. Die Stützpunkte dienen auch als Schnellreise-Ziel. Um sich aber ein detaillierten Überblick auf der Karte zu verschaffen, sollte man Funktürme aufsuchen. Ähnlich wie in Assassins Creed, kann der Spieler einen Funkturm hinaufklettern und ihn aktivieren, um sich somit einen Überblick über ein großteil der Karte zu verschaffen. Gut gelöst ist dabei die herangehensweise, statt 30 Sekunden lang eine Leiter oder Treppe hinaufzuklettern, muss der Spieler kurze Sprungpassagen überwinden um an die Turmspitze zu gelangen, da jeder Turm anders aufgebaut ist, kommt somit keine Langeweile auf. Neu gewonnene Türme decken Standpunkte von Schätze und Nebenaufgaben auf. Schätze können in Shops verkauft werden, seltene Reliquien hingegen müssen erst gefunden werden. Ganze 120 an der Zahl sind über der Inseln verteilt, ein Großteil sogar gut versteckt. Ubisoft reizt den Spieler schon von Beginn an die seltenen Stücke zu entdecken, da jede Reliquie Erfahrungspunkte einbringt. Doof, dass die seltenen Stücke, vom optischen ein sehr belangloses Design haben. Ubisoft verpasst damit dem Spieler einen mysteriösen Touch in das Far Cry-Universum mit einfließen zu lassen, man hätte ruhig jeder Reliquie ein eigenes Aussehen verpassen können und vielleicht eine kleine Geschichte drumherum stricken können. Ich finde es deshalb schade, weil durch das Sammeln von Gegenständen reichlich Potenzial verschenkt wurde um die Welt noch glaubwürdig zu gestalten. Dasselbe gilt auch für die Ruinen, zwar merkt man dass sich die Designer von Ubisoft Gedanken gemacht haben eine Geschichte um die Insel zu stricken, aber es fehlt dem ganzen das I-Tüpfelchen. Es gibt keine Rätsel und Fallen. Ich weiß zwar, dass es sich hier um einen Open-World-Shooter handelt, doch wenn ich mich in einer dunklen Ruine aufhalte und riesige Stein-Säulen mit Schraffur und Schriften die abgenutzten Wände verziert, dann weckt es automatisch den Entdecker in mir. Wieso ausgerechnet hier Ubisoft an Ideen gespart hat bleibt mir ein Rätsel. Somit hätte Far Cry 3 weitaus mehr sein können als (nur) ein Open-World Shooter, so verkommt das Sammeln von Gegenständen und das Erkunden nach einigen Stunden zur Belanglosigkeit. Potenzial verschenkt. Spaßiger gestalten sich dabei die kurzen Punktrennen, mit Buggy, Quad oder Jeep. Man rast von Punkt A nach B um Medizin an die Einheimische abzuliefern. Von der Idee belanglos, macht aber trotz leichter Steuerung viel Spass. Neben Punktrennen, kann man sein verdientes Geld in Poker Spiele investieren oder kurze Nebenmissionen annehmen. Letzteres fallen zum größtenteils sehr unterhaltsam aus, neben den typischen Escort und hol und bring aufgaben, gibt es auch Missionen wo man auf der suche nach einem vermeintlichen "UFO" ist oder man sucht mit einem Scanner nach Frachtgut. Weniger schön sind dagegen die Auftraggeber, statt individuelle Charaktere trifft man immer wieder Charaktere aus der Klon-fabrik. Auch hier hätte Ubisoft mit mehr liebe zum Detail herangehen können.

Stein gewinnt immer
Genug gemeckert, Ubisoft hat zwar hier und da einige Chancen vertan, genutzt wurde sie an einer anderen Stelle und zwar bei den spannenden Feuergefechten. Dabei überlässt mir der Entwickler genügend Freiraum bei den Kämpfen. Mann kann den Grossteil der Missionen abschließen ohne entdeckt zu werden und das ist für einen Shooter keine leichte Aufgabe. Besonders Far Cry 2 litt unter Problemen, so wurde der Spieler schon aus weiter Entfernung und aus dem dichtesten Buschwerk entdeckt. Für ein Spiel was auf Stealth-Elemente setzt, sind solche Design-Fehler fatal. Jetzt hat der Spieler immer den Überblick, ob man gesehen wird oder nicht. Sobald ein Gegner den Spieler im Sichtfeld hat, poppt ein weißer Balken auf, schlägt er komplett aus, wurde man entdeckt. Somit ist es ratsam den Gegner zu umgehen und aus dem Hinterhalt anzugreifen. Der Spieler bekommt je nach Spielweise mehr oder weniger Erfahrungspunkte gutgeschrieben, somit sind Spieler die komplett unentdeckt bleiben möchten mit mehr Erfahrungspunkte gesegnet als wenn man die Rambo-Taktik nutzt. Hat man genügend Erfahrungspunkte gesammelt, kann man dies in neue Techniken investieren. Somit hat man später die Möglichkeit, Kettenangriffe zu nutzen, Gegner aus dem Sprung zu töten oder aus dem Wasser. Die sehen nicht nur schick aus, machen auch einen Heiden Spass, weil jeder erfolgreiche Stealth Kill noch mehr EXP einbringt. Mit einem Druck auf dem Pad könnt ihr einen Stein werfen um Gegner wegzulocken, nutzt man dies geschickt, kann man sich an die Gegner vorbeischleichen oder zu Fallen locken. Die Gegnerische-KI macht dabei eine gute Figur, sie achtet auf Geräusche, nutzt klug die Deckung, fordert Verstärkung an, wirft Granaten und nutzt Raketenwerfer um dem Spieler das Leben schwer zu machen.


http://static9.cdn.ubi.com/de-DE/images/screenshot07tcm2546729.jpg
Zu viert auf die Insel
Ist man nach dem Abspann immer noch nicht satt, da empfehle ich euch einen Blick auf den Multiplayer zu werfen. Hier könnt ihr euch mit bis zu vier Spielern kooperativ die Insel unsicher machen. Okay, Insel unsicher machen ist vielleicht etwas zu hoch gegriffen, da die Levels linearer ausfallen. Somit fällt das Erkunden flach, macht aber nichts, denn die Feuergefechte mit drei weiteren Mitspielern macht Laune. Die Geschichte wird in einem kurzen Intro kurz und knackig erzählt und spielt Wochen vor der eigentlichen Hauptgeschichte von Far Cry 3. Man schlüpft in einem von vier Gestrandeten, die auf der Suche nach ihrem Kapitän sind der sich mit ihrem Geld aus dem Staub gemacht hat. Bis zu vier Spieler erleben die Geschichte Online oder Offline im Splitscreen. Während die kooperative Kampagne dem Solospiel dabei weitestgehend gleicht, darf man hier nur zwei Waffen tragen, wobei man zu Beginn und zwischen Checkpunkten eins von vier Waffensets wählt. Auch hier erspielt man Erfahrungspunkte und schaltet nach und nach neue Waffen und Verbesserungen frei. Leider ist die Geschichte nur nett ausgefallen, dafür sind die Schusswechsel spannend, die Wettbewerbe um die meisten Treffer mit dem Scharfschützengewehr oder das schnelle Einsammeln von Gegenständen per Quad sehr unterhaltsam und sorgen für Abwechslung. Im großen und ganzen nett, aber nicht Pflicht.

Schöner Karibik Urlaub
Ja, Far Cry 3 ist echt schick. Keine Frage, Ubisoft hat sich wirklich Mühe mit Far Cry 3 gegeben. Eine hohe Weitsicht, ein dichter Dschungel, traumhaft schöne Sonnenuntergänge und ebenso schön gestaltete Ruinen. Egal ob Unterwasser oder auf dem Land, Far Cry 3 sieht einfach gut aus. Das gleiche gilt auch bei Animationen, Effekten und Charakter Modellen. Aber die gute Optik hat besonders auf Konsolen seinen Preis. Instabile Framerate, Tearing und massig Pop-Ups trüben das Gesamtbild, zudem wirkt das Bild dank wenig Kantenglättung etwas unruhig. Ganz anders auf dem PC. Hat man einen potenten Rechner zur Hand, dann sieht Far Cry 3 richtig lecker aus. Schade nur das Ubisoft auf Tessellation verzichtet, da besonders Felsen noch sehr eckig wirken. Immerhin wirkt das Bild dank Kantenglättung  weitaus ruhiger als auf  Konsolen, auch die Pop-ups sind deutlich geringer. Unschön sieht dafür der Regen aus, keine Tropfen auf dem Screen, keine Wellengänge und zudem wirkt der Regen etwas aufgesetzt und passt nicht ganz zum Inselflair. Vielleicht liegt es auch daran, dass das Unwetter immer recht kurz ausfällt.

 

Die Soundkulisse ist dagegen wirklich gelungen. Waffen- und Explosionengeräusche sind kernig und die deutsche Sprachausgabe kann sich diesesmal wirklich sehen lassen. So muss eine Deutsche Lokalisierung klingen. Noch besser fällt dagegen die Englische aus, Ubisoft war sogar so nett und liefert Far Cry 3 sowohl mit der deutschen als auch mit der englischen Tonspur aus. Die Musik würde ich dagegen als fetzig bezeichnen. Die Mischung aus Electro und Dubstep geht bei Far Cry 3 voll auf. Mir hat es sehr gut gefallen.

megaartyArthur´s Fazit:
Far Cry 3 ist eine wirkliche Überraschung, abseits von Halo 4 habe ich mich sehr auf Ubisofts Inselshooter gefreut. Die coolen Charaktere, die stimmungsvolle Inselwelt, die spannenden Schusswechsel und die sehr gute Lokalisierung machen Far Cry 3 zu einem der besten Shootern der letzten Jahre. Sicherlich wurde Potenzial verschenkt, die Sammelerei ist nur nett und das Erforschen von Tempeln wurde auf das Nötigste heruntergebrochen. Zudem gibt es technische Mängel. Trotz Macken ist Far Cry 3 ein wirklich gelungenes Spiel und definitiv eines der besten Spiele des Jahres. Gratulation an Ubisoft.

 

Far Cry 3 ist für Xbox 360, PS3 und PC erschienen.

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