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Schon 12 Jahre warten wir auf einen neuen Ableger der bekannten RPG-Reihe aus dem Hause Blizzard. Deswegen wundert es niemanden, dass dieses Spiel wirklich einem riesigen Hype unterlegen ist. Schon bei der Gamescom 2011 haben wir gesehen wie unglaublich beliebt das Spiel ist und was für ein Andrang herrscht. Bis zu 3 Std. haben die Leute gewartet um ca. 10-15 Minuten in die Tiefen der Hölle hinabzusteigen. Nun ist das Spiel endlich erschienen und ich hab mich erstmal ein paar Stunden nach Sanktuario getraut und ob es schlussendlich dem Hype gerecht wird könnt ihr hier nachlesen.
Der große Bösewicht Diablo... äh wo?
Ihr und euer Held macht euch auf die Suche nach dem gefallenen Stern, der scheinbar in der Nähe von Neu-Tristram abgestürzt ist. Ihr macht euch also auf den Weg in die Stadt und versucht dort erste Kontakte zu knüpfen und lernt dabei den weisen Deckard Cain sowie die junge Magierin Leah kennen die dieses Phänomen untersuchen wollen, aber dafür auf eine Fähigkeiten angewiesen sind. Das heißt also ihr müsst die ganze Drecksarbeit für sie machen und dazu gehört das absuchen von Höhlen nach Schätzen, Zombies töten, Wäsche waschen und Koch... sorry, bin wohl gerade vom Thema abgewichen, aber jetzt wisst ihr halt worum es geht. Typischer Standartscheiss den man schon so oft gehört und erlebt hat. Leider punktet die Story wirklich nicht mit großartiger Tiefe und Abwechschlungsreichtum, dafür gibt es ja die riesige Spielwelt, aber?
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Höllisch gute Kulisse
Diablo 3 sieht echt gut aus... naja, optisch gesehen geht da wohl sehr viel mehr, aber dass Art-Design ist echt unglaublich stimmungsvoll. Von dunklen Höhlen über zerstörte Städte und zauberhaften Oasen, es ist wirklich fast alles dabei was sich der RPG-Fan wünscht. Obwohl, ich würde noch gerne ein Dschungel- oder Unterwasserszenario sehen aber Blizzard ist ja ein richtiger Fan von Add-Ons also brauchen wir nur abzuwarten. Also eigentlich will ich nur sagen, adss Blizzard halt weiß wie man eine in sich stimmige Welt erschaffen kann und das obwohl die Gebiete im Grunde genommen nicht sonderlich groß sind. Als Ausgleich bekommt man viele Dungeons, viele Gegner und viele Geheimnisse die einen ehrgezigen Spieler lange bei der Stange halten. Die Dungeons sind meistens kleine Höhlen oder Katakomben die z.B. Teil eines Nebenquests sind oder einfach Schätze enthalten, was cool klingt aber auf Dauer eintönig wirkt, auch wenn diese Dungeons zufallsgeneriert sind. Gerade das ist für Leute interessant die es nur auf gute Items abgesehen haben, Atmosphäre eines düsteren Rollenspiels versprüht sowas eigentlich nicht. Beim Gegner-Design dagegen hat man neben den klassischen Skelettkriegern und Dämonen nun auch allerlei andere interessante Monster wie die Khazra. Jaja, dass klingt auf dem ersten Blick nach Standartkost, und dass ist sie auch, aber die Gegnerarten wechseln regelmäßig durch, sodass man eine gewisse Balance zwischen Knöpchendrücken und Taktik hat. Das gleiche gilt für die Städte, wobei diese wirklich signifikante Schwächen aufweist. Es lohnt sich nicht die Stadt zu durchsuchen, denn man erfährt wirklich nichts interessantes von den Dorfbewohnern. Keine Interaktion, nur ein paar langweilig klingende Sätze... wirklich sehr Schade, denn Rollenspiele leben von einer authentischen und interessanten Umwelt was sich vorallem in Städten durch gesprächige Dorfbewohner auszeichnet. Blizzard scheint in diesem Bereich eine dicke Lücke hat die man ausfüllen muss um weiter im RPG-Geschäft zu bleiben. Denn vom RPG-Flair aktueller Zeit spürt man überhaupt garnichts, Spiele wie Mass Effect oder The Witcher liegen dabei Meilenweit über Blizzards "Mammut"-RPG. Soundtechnisch überzeugt das Spiel mit düsterer Musik und orchestraler Musik wie aus der Philharmonie. Die deutsche Lokalisierung ist auch sehr gelungen und hält an der typischen Blizzard-Qualität auf diesem Gebiet fest. In dieser Hinsicht kann man dem Spiel nichts ankreiden, was man aber vom Gameplay nicht sagen kann...
Click, click, click, click, click...
Rollenspiele mit einem Hack 'n' Slay-Kampfsystem werden meistens mit stupidem Knöpchendrücken à la Dynasty Warrior verglichen... naja, kein Wunder, denn bis auf die linke Maustaste wird dabei höchstens 1 oder 2 gedrückt, also hört man fast die ganze Zeit nur ein verdammtes Klicken. Bei Diablo 3 trifft dies auch zu, aber solange bis man auf einem höheren Schwierigkeitsgrad spielt, denn dann erreicht ihr damit sogut wie garnichts. Der richtige Einsatz der Fähigkeiten muss also gelernt sein und spätestens beim letzten Endboss auf Albtraumhaft beherrscht, ansonsten wird der Otto Normalspieler elendig verlieren. Zum Kampfsystem kann man also nicht soviel sagen, da es ein klassisches Hack 'n' Slay ist und man zum Glück nur mit 5 Fähigkeiten + 1 normaler Angriff auskommt. Ich bin nicht gerade ein Fan von überladenen Interface à la World of Warcraft und Co., aber Blizzard konnte das Kampfsystem echt ausgezeichnet umsetzen. Weder überladen, noch zu wenig! Das Skillsystem dagegen ist meiner Meinung nach ein zweischneidiges Schwert, aber zuerst versuche ich es mal kurz zu erklären: Je stärker man wird desto bessere aktive und passive Fähigkeiten erhält man, aber der Clou dabei ist, dass man bei jeder aktiven Fähigkeit noch 6 unterschiedliche Zusatzeffekte auswählen kann. Diese Zusatzeffekte gestalten jeden Charakter individuell. So, aber jetzt zu dem großen Nachteil: Man hat keine Chance die Fähigkeiten selbst zu verbessern, man kann sich nicht verskillen, man ist also ganz strikt an die Regeln des Spiels gehalten. Für Anfänger ist das wohl ein willkommenes Angebot um nicht vom richtigen Weg abzukommen und den Schwierigkeitsgrad fairer zu gestalten, aber Veteranen wie ich fühlen sich wie kleine Babys. Wir haben also nichts mehr zu tun außer klicken, klicken, klicken. Ich wünsche mir doch nur mehr Freiheiten, mehr Variablen, vorallem weil ich dann auch Fehler begehen kann. Diese Sache... oder eher dieses Gefühl die volle Kontrolle meines Charakters zu haben macht ein Rollenspiel aus. Ich schlüpfe in eine Rolle rein und kann tuen was ich will und nicht, ich muss mich an die Grenzen des Spiels halten. Viele Leute können meinen Gedanken nicht richtig nachvollziehen, aber so ist das nunmal.
Was pack ich im Spiel rein? Ein nerviges Auktionshaus und einen guten Multiplayer
Beim Schmieden hab ich auch ein paar Probleme festgestellt, denn wenn man sich überlegt das man im Grunde genommen keine gescheiten Waffen, geschweige denn Ausrüstungsgegenstände, selber bauen kann und diese Funktion deswegen eigentlich nutzlos ist frage ich mich warum man überhaupt diesen Schmied in das Spiel gepackt hat. Die besten Gegenstände im Spiel lassen sich nur durch Glück finden oder für teueres Geld im Auktionshaus erkaufen, was aus dem Spiel in gewisser Weise zu einem Pay2Win-Game macht. Reiche Menschen kaufen sich ihre Ausrüstung einfach im Shop und besitzen dadurch einen guten Charakter, aber haben es eigentlich nichtmals annähernd verdient. Ist das die Zukunft der Videospiele? Neben Ausrüstungs- und Level Up DLC´s kommt nun auch eine abstrakte Form von eBay in die Videospielwelt? Blizzard will Profit machen und das merkt man spätestens dann wenn man fast gezwungen ist im Auktionshaus einzukaufen, weil das Spiel urplötzlich astronomisch schwer wird. Aber diese Erhöhung des Schwierigkeitsgrades setzt erst so ab Level 45 ein und ab diesem Punkt sollte man sich überlegen ein paar Freunde zu überreden den Titel zu kaufen, denn gute Mitspieler steigern nicht nur dn Spielspaß sondern erhöhen auch die Chance im Spiel weiterzukommen.Ein weiterer Vorteil daran ist vorallem die Tatsache das man eine erhöhte Chance hat seltene Gegenstände zu finden. Und da Diablo diesen Sammelwahn in das Rollenspiel-Genre eingeführt hat wundert es mich auch nicht das man sich wirklich bei jedem noch so guten Item wie ein kleines Kind freut. Sprüche wie "Juhu, bei dem Item bekomme ich mehr Stärke" oder "Geil, mein Armband bringt mir einen Bonus auf meine Rüstung" hört/sagt man oft... und wenn dies passiert wurde man vom Diablo-Fieber angesteckt welches Generationen von Spieler fasziniert.
Chris' Fazit:
Ist Diablo 3 nun ein Must-Have? Im Grunde genommen nicht. Es sieht gut aus, hört sich sehr gut an und spielt sich sehr Einsteigerfreundlich und gerade da liegt das Problem. Rollenspielveterane können sich erst nach diversen zähen Stunden Spielzeit in der Welt zurechtfinden und werden dann Zeuge der Zerstörungskraft von Blizzards eigenem Auktionshaus. Es ist eine revolutionäre Idee, aber schmälert den Spielspaß leider auch da sich jeder einen guten Charakter "erkaufen" kann. Wie wird das dann später im PvP ablaufen? Entscheidet sich der Kampf nurnoch durch das monatliche Einkommen des Spielers als die Mühe, das Glück und vorallem den Spielspaß? Bis auf dieses große Manko und die Tatsache das man in einer wirklich sehr langweilige Umwelt läuft die mit einem zu einfachen trainieren des Charakters verbunden ist, bin ich der Meinung das Diablo 3 schon ein verdammt gutes Spiel ist. Das süchtigmachende Spielprinzip welches eigentlich nur aus Kill & Loot besteht geht auch hier vollends auf und wer auf eine bahnbrechende Geschichte mit charakterlichen Tiefe verzichten kann wird hier einen Heidenspaß haben. Ich für meinen Teil bin nach dem 2. Durchspielen aber sichtlich ernüchtert und setzt mich wieder an andere Rollenspiele.
Diablo 3 ist für PC erschienen.