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News # Wii U: Tüftler nehmen Hardware auseinander: 2GB RAM, IBM PowerPC CPU und ATI RV7xx GPU

Schon am Launchtag haben Hardware-Fans aus Amerika ihre neue Wii U auseinander genommen: PC Perspective und anandtech.com haben jeweils unabhängig voneinander ihre Konsolen aufgeschraubt und teilen die Ergebnisse der Arbeit auf ihren Webseiten mit. PC Perspective hat die Aktion sogar live ins Internet übertragen, den Mitschnitt der fast vier Stunden dauernden Aktion findet ihr bei Youtube (Video unter dieser News angefügt).

 

Laufwerk und Funkmodule

Nachdem man die Wii U aufschraubt, ist das optische Laufwerk von Panasonic die größte sichtbare Komponente. Panasonic macht auch die proprietären Wii-U-Spieldisks, die mit einer Kapazität von 25 GB einer Blu-Ray nicht unähnlich sind. Mit einer maximalen (sequentiellen) Lesegeschwindigkeit von 22 MB pro Sekunde ist das Laufwerk jedoch sehr viel schneller, als das Blu-Ray- und DVD-Laufwerk von Playstation 3 (konstante 9 MB/s) und Xbox 360 (zwischen 4 und 15 MB/s, durchschnittlich 7,83 MB/s).

 

Entfernt man das Laufwerk, kommen darunter zwei unterschiedliche Antennen zum Vorschein. Die eine ist ein Hon Hai Win-A2 802.11b/g/n WiFi-Adapter, das zur kabellosen Anbindung der Konsole an das Internet benutzt wird. Das zweite Modul, abgegrenzt durch andere Farben bei der Verdrahtung, ist ein Hon Hai MIC-B2 11n WiFi Modul. Über dieses Modul streamt die Wii U im Two-way-Verfahren Daten mit super niedriger Latenz und in HD-Auflösung zum Wii U Gamepad (und gleichzeitig zurück). Dieses Miracast-Verfahren wurde von Nintendo und dem Netzwerk-Riesen Broadcom entwickelt und stellt durchaus eine technische Innovation im Spielebereich dar. Das Miracast-Verfahren ist ein offener Peer-to-Peer Screencast Standard. Vergleichbare (geschlossene und proprietäre) Verfahren setzt aber auch Apple bei seinem AirPlay und IBM mit dem Wireless Display (Di-Di) ein. Ein weiteres Funkmodul, ein Hon Hai Win-B2 Bluetooth Controller, ist direkt an der Platine angebracht.

 

Speicher, CPU und GPU

Die sicherlich interessantesten Infos findet man aber auf der Platine der Wii U festgelötet: Welcher Prozessor ist verbaut, was kann der Grafikprozessor und wie viel Speicher bietet Nintendos neueste Konsole?

CPU und GPU sind zusammen in einem MCM (Multi Chip Module) verpackt. Rundherum sind vier jeweils 4 Gb (Gigabits) Hynix DDR3-1600 Speicherblöcke (K4W4G16446B-HC12) verbaut. Das ergibt insgesamt 16 Gb DDR3-Arbeitsspeicher, also 2 GB RAM. Der Speicher wird, laut anandtech.com, zwischen CPU und GPU aufgeteilt. Falls die Seriennummern richtig aufgeschlüsselt wurden, handelt es sich dabei um 16-bit Speicher, womit die Wii U eine maximale Speicherbandbreite von 12,8 GB/s hätte. Damit fällt die Speichergeschwindigkeit unseren Informationen nach sogar niedriger aus, als auf Playstation 3 und Xbox 360 - jedoch haben beide Konkurrenzkonsolen sehr viel weniger Speicher zur Verfügung (PS3: jeweils 256 MB für System und Grafik, Xbox 360: 512 MB).

 

Das MCM (Multi Chip Module) wird von einem Wärmeverteiler abgedeckt. Er leitet die Wärme der drei (!) innen verbauten Chips gleichmäßig ab. Darüber befindet sich ein passiver Aluminium Kühlkörper, die Abwärme wird durch lediglich einen Gehäuselüfter aktiv aus dem Gerät transportiert. PC Perspective hat den per Wärmeleitpaste verklebten Verteiler nicht ablösen können, normalerweise geschieht dies mit Rasierklingen. Sie waren jedoch zu dick und die Tüftler wollten den Chip nicht beschädigen. Anandtech.com hat es jedoch mit speziellen Klingen geschafft und darunter drei statt vermuteter zwei Chips gefunden.

 

Die CPU basiert auf einem Multicore PowerPC und ist der kleinere der zwei großen Chips. Er wird auf Basis von IBMs 45nm SOI Prozess hergestellt. Die Wii U ist abwärtskompatibel, da sich die neue CPU und die Prozessoreinheit der Wii durch die gemeinsame PowerPC-Plattform ähneln.

 

Der Grafikprozessor basiert auf ATI Radeons RV7xx-Generation und ist der größte Chip im MCM. Die GPU ist fast fünfmal größer als die CPU und stellt damit schon ein Extrem in Sachen CPU-GPU-Vergleich im Gamingbereich dar. Der Grafikchip wird vermutlich im 40nm Verfahren hergestellt. Zu genauen Spezifikationen können wir zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nichts sagen.

 

Was der dritte Chip im MCM tut, ist noch nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass es sich um einen kleinen Off-Chip-Speicher handelt.

 

Auf der Platine ist außerdem ein 8 GB NAND Flash-Chip von Samsung verbaut. Er enthält das Betriebssystem der Wii U. Da PC Perspective die weiße Standard Edition der Wii U aufgeschraubt hat, könnte die Premium-Version in schwarz an dieser Stelle eventuell sogar 32 GB enthalten. Ein Hynix H27U8G8G5DTR wird als ePROM vermutlich als BIOS und/oder Boot Loader genutzt.

 

Stromverbrauch

Beim Stromverbrauch ist überraschend, dass das Menü der Wii U ohne eingelegter Spieldisk (31,2 W) fast genauso viel Strom frisst, wie im Spielmodus (33,0 W bei New Super Mario Bros U). Videostreaming via Netflix (in Deutschland nicht erhältlich) verbraucht sogar weniger Strom (28,5 W), als das Hauptmenü der Konsole.

 

Viele Bilder und Detailaufnahmen der verbauten Einzelteile könnt ihr unter den Quelllinks aufrufen. Anbei hängen wir euch auch noch den fast vier Stunden langen Mitschnitt von PC Perspective an. Geschraubt wird jedoch erst so nach etwa einer Stunde.

 


 

Quelle: Gamezone.de

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