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Gears or War 3 steht seit einigen Tagen in den Läden, Grund genug sich Epics neues Machwerk anzuschauen. Ich habe meinen Lancer eingepackt und mich in die Locusthorden gestürtzt. Der letzte Kampf um die Menschheit geht in die finale Runde.
Alte Freundschaft rostet nicht
Gears of War 3 spielt genau 2 Jahre nach dem Vorgänger. Die Menschheit steht am Abgrund und kämpft bis aufs Blut um die letzten Nährstoffe. Die meisten Locust wurden zwar bei der Zerstörung von Jacinto ausgelöscht, doch es sind immernoch zahlreiche kleine Gruppen in den tiefen Ruinen und verlassenen Canyons vorzufinden. Leider gibt es neben den Locust noch eine neue Fraktion die das Leben auf dem Planet Sera unnötig erschweren. Die Rede ist von den "Leuchtenden". Doch woher kommen die mit Emulsion überzogenen Kreaturen? Was sind ihre Hintergründe? Im großen und ganzen, macht die Story von Gears of War 3 keine so schlechte Figur. Man erfährt mehr über das COG-Team (Coalition of Ordered Governments) und über die Vorfälle des E-Day´s. Zwar wird man hier kein Alan Wake oder Metal Gear Solid vorfinden, doch für einen Action-Titel wird hier ziemlich viel Tiefgang geboten. Freut euch auf epische Bosskämpfe, riesige Schlachten und ein gut inszeniertes Finale. Man bekommt hier satte 12 Stunden Unterhaltung.
Gears of War 2.5
Böse Zungen würden jetzt behaupten, das sich Gears of War 3 seit der Veröffentlichung des Vorgängers nicht weiterentwickelt hat und damit haben sie im Grunde auch nicht gerade unrecht. Was das Gameplay betrifft hat sich fast garnichts getan. Gut, man kann jetzt die gesamte Kampangne mit bis zu 4-Spielern im Co-op durchspielen, der Schwierigkeitsgrad wurde etwas runtergeschraubt und man kann seit neustem einen kleinen Armor Suit steuern, aber sonst bleibt alles beim alten. Man geht z.B. immernoch in Deckung um dem gegnerischen Kugelhagel zu entgehen. Zwar sind die Kämpfe nach wie vor spannend und actionreich, vorallem dank der neuen Gegnersorten und Waffen die dynamischer und unvorhersebarer agieren, doch leider merkt dem Spiel den Zahn der Zeit an. Epic nimmt nur den Diamanten und poliert ihm auf hochglanz. Schade, aber immerhin gibt es deutliche Verbesserungen im Multiplayerbereich und der hat es in sich.
Multiplayer vom Feinsten
Neben Team-Deathmatch, Capture the Flag, Wingman usw. präsentiert sich der Horde 2.0 Modus im neuen Glanz und der Beast-Modus feiert sogar Weltprämiere. In Horde 2.0 muss man sich immer größeren Wellen von Feinde gegenüberstellen die jeder Runde stärker und zahlreicher werden. Man erhält nach jedem erledigten Gegner Geld, mit den Ersparnissen kann man zu Beginn einer neuen Runde Waffen, Barrikaden, Geschütze und Basen kaufen und platzieren. Möchte man neue Munition und Waffen, so muss man sein Sparschwein nachträglich plündern. Im groben ist der neue Horde 2.0 eine Tower Defence-Variante von Gears of War und spielt sich dadurch deutlich taktischer und abwechsungsreicher als sein Vorgänger.
Im Beast Modus schlüpft der Spieler in die Haut der Locust und muss versuchen 12 Runden lang, alle menschlichen Gegner zu erledigen. So beginnt jede Runde mit nur 1 Minute, weitere Sekunden erhält man beim erledigen eines Gegners. Ist der Timer auf null, ist das Match vorbei. Teamwork ist hier oberste Pflicht, denn auch hier erhält man Geld, dass für das erwerben neuer Locust einen entscheidenen Vorteil bringt. Man hat die Wahl von einem Ticker bis hin zum Berserker. Jedes Monster hat seine Vor- und Nachteile.
Die Grenzen der Unreal Engine 3
Die Gears of War-Reihe steht schon seit Jahren für optische Hochgenüsse. Der Konsolenkonkurrent Sony hat in den Jahren ordentlich zugelegt. Uncharted 2, God of War 3 und Killzone 3 gehören zur ersten Garde was Präsentation und Technik betrifft. Da muss Epic natürlich nachziehen und das gelingt nicht auf Anhieb. Klar sieht Akt 1 gut aus, doch man wird zu oft Zeuge von einigen unschönen matschigen Texturen und Kantenflimmern. So richtig in Fahrt kommt die Engine erst im 3. Akt. Spätestens dort zeigt Epic´s Engine ihre Stärken. Brilliante Licht- und Partikeleffekte, riesige Areale und eine wunderbar stimmige Architektur bringt die Xbox 360 zum kochen. Dazu gesellen sich noch feinste Animationen und schönere Charaktermodelle hinzu und ziehen das ganze bis zum Finale durch, übertreffen sich sogar stellenweise selbst. Gears of War 3 ist wohl nicht das schönste Spiel auf dem Markt, aber es spielt mindestens in der gleichen Liga.
Auch die Soundkulisse kann sich hören lassen, denn der Soundtrack präsentiert sich sehr pompös und Orchestral. Das gleiche gilt auch für die Synchronstimmen. Die englischen Dialoge sind sehr gut getroffen und auch die deutschen Stimmen sind bis auf einige Ausnahmen passend. Leider sind einge Dialoge auf deutsch Asynchron und fallen etwas der Atmosphäre zum Opfer, Schade hier ist Nachholbedarf.
Arthur´s Fazit:
Gears of War 3 macht fast alles richtig. Die Kampangne ist nochmals länger, spannender und dramatischer als sein Vorgänger. Der Multiplayer Modus wurde erweitert und gleichzeitig verfeinert, doch das Gameplay hat sich nur marginal erweitert. Es gibt auch einge technische Macken wie Kantenflimmern und einige matschige Texturen. Bis auf diese paar negativen Punkte, bekommt man hier das beste Gears of War-Spiel seit langem. Technisch ist das Spiel bis auf einige Defizite ein Brett und im Multiplayersektor, dank Beast Modus und Horde 2.0 ist eine Offenbarung. Xbox 360 Spieler müssen einfach zugreifen. Ein grandioser Abschluss einer wegweisenden Trilogie.
Gears of War 3 ist für Xbox360 erschienen.