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Diesmal geht es endlich weiter mit einem meiner Lieblingsregiesseuren, dem guten Park Chan-wook. Heute geht es sogar um seinen bekanntesten und eventuell sogar besten Film Oldboy. Fans des Rachekinos oder allgemein von Filmen sollten sich diesen Streifen unbedingt anschauen, denn er ist nicht nur einzigartig, nein, er ist nahezu... naja, lest ihr einfach mal in meiner Kritik.
Oldboy
Story:
Oh Dae-Su ist ein stinknormaler Familienvater der am Geburtstag seiner Tochter gekidnappt wird und sich in einem Zimmer wiederfindet. Nach einiger Zeit wird ihm klar das jemand ihn Quälen möchte, weshalb auch seine diversen Selbstmordversuche kläglich scheitern... er muss 15 Jahre in diesem Zimmer leben. Nachdem er die Zeit mit hartem Training und der Suche nach dem Grund seiner Gefangenschaft verbringt, wird er in die Welt entlassen wo er von einer mysteriösen Person kontaktiert wird die scheinbar von Oh Dae-Su gefunden werden will, aber warum? Zusammen mit Mi-do, die er in einem Restaurant kennengelernt hat, macht er sich auf die Suche nach seinem Peiniger um seine blutige Rache zu vollführen...
Chris' Fazit:
Oldboy war der erste Film den ich von Park Chan-wook gesehen habe und ich kann schon jetzt mit Recht sagen, dass er mit diesem Film ein wahrliches Meisterwerk geschaffen hat. Dieses Stück Filmgeschichte ist mein Pulp Fiction aus dem Land der aufgehenden Sonne, versteht mich deswegen nicht falsch, es handelt sich hierbei nicht um einen Dialoglastigen Gangsterfilm der Extraklasse, nein, der Film hat mich in einer merkwürdigen Art und Weise geprägt. Er brachte mich nämlich zur außergewöhnlichen Filmkunst des fernen Ostens, abseits von Animes und Martial-Arts gibt es noch viele andere Filme wie Joint Security Area, Shinjuku Project oder halt Oldboy die einfach komplett anders sind. Doch woran liegts?
Fangen wir mal bei den Darstellern an, allen voran der Hauptdarsteller Choi Min-sik, der mich in seiner Rolle einfach vollends begeistert hat. Zu Beginn wirkt er noch so unscheinbar und verloren, doch aus dem ruhigen Vater wird ein grausamer Rächer der vor nichts zurückschreckt. Ein wahrliches Monster das aus Verzweiflung, Trauer, Wahnsinn und Wut geschaffen wurde, einzig und allein um seine Rache an dem Widersacher zu vollführen. Doch hinter dieser Maske eines Monsters steckt ein Mensch, denn diese Gefühle die er in sich trägt sind menschlicher Natur. Auch wenn seine Taten nicht wirklich richtig erscheinen, machen sie Oh Dae-Su trotzdem zu einem nachvollziehbaren Charakter. Der Drang sogar über Leichen zu gehen um an sein Ziel zu gelangen sind bemerkenswert und sind Abbild seiner düsteren Seite, was man vorallem an einer der besten Kampfszenen aller Zeiten festmachen kann. Angetrieben durch seine fast schon bestienhafte Manie kämpft er bis zum Tode... selbst wenn dies seinen eigenen bedeuten würde.
In diversen Szenen ist unser Antiheld in der Lage in die Abgründe der menschlichen Psyche hinabzuschauen wobei ich vorallem auf ein paar Folterszenen hinweisen möchte die allesamt nicht nur durch ihre fast schon grausame Härte meine Nackenhaare aufstehen ließen, nein, die Inszenierung die uns der Regiesseur bietet fesselt den Zuschauer an den Bildschirm... ein wirklich merkwürdig befriedigendes Gefühl wenn man zusieht wie er seine Rache vollführt, vorallem bei mir, da ich mich auch beim 100. Mal frage ob die Tat gerechtfertigt ist oder ob ich sogar dasselbe an seiner Stelle machen würde. Komische Sache, aber trotz dieser Tatsache gibt es noch Szenen in denen er sich von seiner menschlichen Seite zeigt, die seine Warmherzigkeit und seine verletztliche Seite zeigen, bei deinen man die ganze Zeit mitfiebert und sogar mitfühlt, denn er will nur wissen warum? Sein Gegenspieler, gespielt von Yoo Ji-tae, ist nicht unbedingt der Bösewicht den man sich so wünscht. Auch er hat seine Gründe und genau diese werden bis zum Finale wirklich sehr gut verborgen, wobei man auch an dieser Stelle Park loben kann, denn er hat es geschafft alle Hinweise so deutlich wie möglich zu setzen, doch für Leute die den Film nicht kennen wirken sie ganz normal. Neben dem Bösewicht gibt es noch den Love-Interest unseres Helden Mi-Do, gespielt von Kang Hye-jeong, die genauso geheimnisvoll wie unschuldig daherkommt. Sie will ihm unter die Arme greifen, aber woher kommt diese aufopfernde Nächstenliebe für einen fremden der gerade einen ganzen lebenden Tintenfisch verspeist hat? Ich will einfach nicht soviel verraten, denn es ist so simpel wie genial, doch wer es selbst erlebt kann mir dabei wirklich voll und ganz zustimmen. Abseits von den Darstellern kann man vorallem die tolle Kameraarbeit hervorheben, die gerade in der besten One-Shot-Kampfszene zum zu sehen ist, und die Musik die mir bis heute noch eine Gänsehaut einflößt. Manche Regiesseure haben gelegentlich einfach einen Lauf bei dem einfach alles perfekt zusammenpasst und genau bei diesem Film scheint Park Chan-wook genau sowas erlebt zu haben. Letztendlich kann ich nurnoch sagen: Ab ins Auto, aufs Fahrrad oder woanders erwerben, denn dieser Film muss gesehen werden!
Fortsetzung folgt...