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8. Januar 2014 3 08 /01 /Januar /2014 17:44

http://www.pcgames.de/screenshots/original/2009/01/Runes_of_Magic_Tipps_Priester.jpgDie Geschichte des "Gameforge-Urteils" begann eigentlich recht harmlos: Der Publisher des Online-Rollenspiels Runes of Magic hatte im Rahmen eines Angebots mit dem Satz "Schnapp dir die günstige Gelegenheit und verpasse deiner Rüstung & Waffen das gewisse Etwas!" geworben. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände wurde darauf aufmerksam und der Fall ging bis zum Bundesgerichtshof, der jetzt in letzter Instanz in einem Versäumnisurteil entschieden hat, dass dies ein Verstoß gegen Nr. 28 des Anhangs zu § 3 Abs. 3 UWG sei.

 

Dieser Paragraph verbietet unlautere geschäftliche Handlungen und die Nummer 28 des Anhangs behandelt im Speziellen bedingt geschäftsfähige und geschäftsunfähige Kinder. Hier heißt es: "Unzulässige geschäftliche Handlungen im Sinne des § 3 Abs. 3 sind, die in eine Werbung einbezogene unmittelbare Aufforderung an Kinder, selbst die beworbene Ware zu erwerben oder die beworbene Dienstleistung in Anspruch zu nehmen oder ihre Eltern oder andere Erwachsene dazu zu veranlassen."

Sprich, Kinder dürfen nicht direkt adressiert werden, um ein Produkt oder eine Dienstleistung zu kaufen. Argumentativ untermauert der Bundesgerichtshof seine Entscheidung damit, dass die Werbung den Spieler Duzen würde und man sich im Umfeld der Werbung auf Anglizismen stütze, die wohl der Meinung des Gerichts nach für Kinder typisch seien. Hier nahm das Gericht wohl Bezug auf Begriffe wie "Dungeon" und "pimpen". Dabei lässt der Bundesgerichtshof offenbar außer Acht, dass Duzen und Anglizismen bei Gamern aller Altersklassen der Normalfall sind.

 

Gameforge, jetziger Publisher von Runes of Magic, legte gegen das Urteil Einspruch ein, so dass die endgültige Entscheidung noch aussteht und das Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Rechtsanwalt Dr. Konstantin Bertram vom Bundesverband der Computerspieleindustrie, kurz G.A.M.E., ist optimistisch, dass die Einwände Gehör finden und der Tenor des Urteils künftig enger gefasst würde, so dass sich an der aktuellen Lesart der Online-Werbung für Free2Play-Spiele, Item Shops und Co. grundlegend nichts ändert. Sollte der BGH das aktuelle Urteil jedoch bestätigen, stehen hiesige Anbieter von Free2Play-Spielen vor der Frage, wie sie ihre virtuellen Angebote künftig bewerben sollen.

 

Quelle: Buffed.de

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